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Schlau

Was würde helfen gegen die Angst?

Ehrliche Antwort? Ich weiß es nicht! Ich weiß auch nicht was ich heute Sinnvolles schreiben könnte…

Alle mit denen ich rede, haben Angst.

Angst und Hilflosigkeit. Diesen Zustand hat wohl kaum jemand von uns je erlebt. Ich hab die ganze Woche überlegt was ich euch schreiben könnte.
Etwas Aufbauendes! Etwas, das ablenkt? Vielleicht etwas Leckeres, ein gesundes Rezept?
Aber ehrlich? Mir kommt alles völlig lächerlich vor. Alles, was ich schreiben könnte, neben der Angst und Sorge, die mich umtreiben!

Dieser unwürdige, unwürdige Krieg in der Ukraine!

Ich weiß nicht mal welches Foto ich euch heute als Aufmacher schicken könnte. Am besten, ich stelle euch einfach reichlich Kaffeetassen hin damit wir gemütlich zusammensitzen können. Große Tassen. Ich gieße dann immer wieder nach. Einfach miteinander sitzen, eine Tasse mit heißem Kaffee in der Hand.
Wir werden nicht mutlos solange wir Raumseelen zusammensitzen können, stimmts?

35 Comments
  • Christina Ringgenberg
    6. März 2022

    Guten Morgen

    Ja,man weiss gar nicht,was man sagen soll. Man schaut ängstlich auf die Ukraine, bereit den Kopf zu ducken und ist machtlos.
    Ich trinke gerne einen Kaffee und höre zu, was ihr zu sagen habt, über diesen schrecklichen Krieg. Gut, können wir uns austauschen.

    Liebe Grüsse
    Christina R.

    • Martina Goernemann
      6. März 2022

      Machtlosigkeit ist das vorrangige Gefühl zur Zeit, da hast du recht, liebe Christina. Hilflosigkeit, Sprachlosigkeit … So viel Elend, so viel Angst. Und bei uns soll und muss das normale Leben weitergehen. Bleib ein bisschen bei uns. Dein Kaffee kommt sofort :-)))))

  • Christina
    6. März 2022

    Liebe Martina
    Wie recht du hast, zusammen sitzen mit einer grossen Tasse Kaffee und über unsere Ängste reden, das hilft uns bestimmt. Und danach die anfallenden Arbeiten machen, ein Buch lesen, wenn das geht oder spazieren gehen.
    Meine Freundin und ich sind täglich direkt verbunden, erhalten Videos von unseren Freunden und wissen nur eines ganz sicher. Unsere Herzen und Türen offen zu lassen trotz all der Ängste und stark bleiben trotz allem ist wichtig, damit wir sie unterstützen können,
    Und wenn es möglich ist ein kleines Hilfsprojekt zu organisieren hilft auch sehr.
    Zum Kaffee hätte ich einen grossen noch warmen Zopf mit Butter anzubieten. Ich kann sonst nur die Aussagen unserer Freunde weiterleiten….“wir schaffen das“….dass ich dann jedesmal Tränen in den Augen habe, versteht ihr sicher.

    • Martina Goernemann
      6. März 2022

      … wenn ich nur wüsste wie sich die einzelnen Herrschaften wieder von der (hochgefährlichen) Palme holen ließen. Ich bin besorgt, weil ich nicht sehe wann endlich jemand anfängt zu deeskalieren. Bitte schneide mir ein dickes Stück Butterzopf ab während ich dir Kaffee eingieße :-))))))

    • Martina Goernemann
      6. März 2022

      … wenn ich nur wüsste wie sich die einzelnen Herrschaften wieder von der (hochgefährlichen) Palme holen ließen. Ich bin besorgt, weil ich nicht sehe wann endlich jemand anfängt zu deeskalieren. Bitte schneide mir ein dickes Stück Butterzopf ab während ich dir Kaffee eingieße :-))))))

  • Katrin
    6. März 2022

    Es ist wirklich wirklich fürchterlich:-( und traurig und sinnentleert und unbegreiflich 🙁
    Ich hab gestern schon den ganzen Tag Spendenschachteln gepackt und heute geht’s weiter 🙁 Aber leider ist das halt auch nicht des Übels Lösung 🙁 Aber vielleicht können ein paar Sachen gebraucht werden.
    Ich schick euch jedenfalls viele liebe Grüße!

    • Martina Goernemann
      6. März 2022

      Ja Katrin, ich versuche mich auch mit solchen Aktionen irgendwie einzubringen. Ich auf der Demo am Königsplatz in München, aber was kann ich da tun, außer Fähnchen in blau-gelb zu schwenken. Es bleibt das starke Gefühl der kompletten Hilflosigkeit. Und dazu kommt, dass ich mich wirklich fürchte. Für meine diversen Projekte soll ich lustige Texte schreiben … aber Texte dieser Art fallen mir zur Zeit nicht ein. Setz dich zu uns und nimm‘ eine große Tasse. Ich schenke dir ein :-)))))

  • Ilka
    6. März 2022

    Sorry, Angst ist es bei mir nicht, eher Sorge um die Menschen dort und eine unglaubliche Scheixxwut.
    LG Ilka

    • Martina Goernemann
      6. März 2022

      Ich beneide dich, liebe Ilka. Mich drückt das gesamte Packet. Die Sorge, das Mitgefühl, die Trauer UND die Angst. Magst du Kaffee? Tee gibt es natürlich auch :-))))))

      • Ilka
        6. März 2022

        Es ist für mich wichtig, wovor man Angst hat. Ganz persönlich. Keine abstrakte Sache. Und nicht „schlimme Geschichten Suche“ betreiben.

  • Ursula
    6. März 2022

    Guten Morgen,
    die Sonne scheint, es ist knackig kalt, die Luft ist herrlich, der Frühling steht in den Startlöchern… und ein gewisses Unheil wie eine Glocke ist über einem.
    Es ist zu nah. Nicht einschätzbar.
    Angst macht mir dass einer nicht verlieren kann und alles zerstört. Und auch wenn das vielleicht alles irgendwie gut ausgeht, es wird irgendwann wieder passieren und wieder und wieder irgendwo. Die bisherige Sorglosikeit ist weg.
    Was aber hoffen lässt ist dass viele viele viele helfen, es gar nicht wollen und vielleicht gewinnt doch das Gute.

    LG
    Ursula

    • Martina Goernemann
      6. März 2022

      Du hast recht, liebe Ursula. Auch ich bin noch nicht mutlos. Ängstlich ja, aber nicht mutlos oder gar hoffnungslos. Bei mir entsteht -wie bei dir- auch kein Bild im Kopf, wie wir jemals unsere Sorglosigkeit zurückgewinnen können. Auf der anderen Seite, gibt es sogar einige Wege, dass sich vieles so richtig, richtig zum Guten wenden könnte. Jetzt kommt es darauf an, dass nicht der falsche Weg eingeschlagen wird. Ich bete, dass kluge Menschen für uns an den richtigen Stellschrauben drehen. Bleib bei uns und nimm‘ Kaffee! :-))))))

  • Claudia aus Köln
    6. März 2022

    Guten Morgen liebe Martina, liebe Raumseelen. Ich verweigere mich. Ich verweigere mich der Angst und der Ohnmacht. Das habe ich letzten Sonntag Abend beschlossen, nachdem ich festgestellt habe, was diese Angst mit mir macht. Sie lähmt mich. Jedes Geräusch, das sich nicht sofort erklären lässt, ließ mich zusammenschrecken. Und dann bin ich sauer geworden. Sauer auf Machthaber, die das mit uns machen (und da kommen wir derzeit noch gut bei weg). Ich habe überlegt, was ich tun kann… Hier in meinem kleinen Bereich. Denn nur hier kann ich anfangen. Ich habe mich umgeschaut. Alles ruhig, friedlich. Ja. Friedlich. Schalte Ich den Fernseher an, ist der Krieg bei mir im Wohnzimmer. Und das, wenn man nicht aufpasst, mit Bildern, die vor 6 bis 7 Jahren an verschiedenen Orten aufgenommen wurden. Bei Manövern, bei Explosionen von Chemiewerken irgendwo…. Trau schau wem. Als sei der Krieg schon nicht schlimm genug. Will sagen…. Wir sind zwar einzeln nicht direkt in der Lage, direkt auf das Geschehen einzuwirken und Herrn Putin zur Vernunft zu bringen, aber wir können immer noch entscheiden, und das ist nichts Verwerfliches, was wir in welcher Form und Intensität an uns heran lassen. Denn nur, wenn wir aufrecht und in guter Verfassung und Kraft sind und bleiben, können wir den Menschen helfen, die uns brauchen. Das ist wie mit den Sauerstoffmasken im Flugzeug…. Das Beispiel, das sehr populär ist. Wenn Du Dir selbst nicht zuerst die Maske aufsetzt, wirst Du handlungsunfähig und kannst anderen nicht mehr helfen. Ich filtere sehr, was ich an mich heran lasse. Und das, ohne Mitgefühl auszufiltern und meine Bereitschaft zu helfen und es dann auch zu tun. Und ich bete FÜR den Frieden und stelle mir sich reichende Hände vor. Ich bin für…. Auf Demos liest man immer das, woGEGEN demonstriert wird. All die Worte, die man NICHT will, schreibt man auf Transparente und ruft sie hinaus, wobei sich ihre Präsenz nur noch verstärkt. Fühlt mal rein, wie es sich anfühlt, wenn man sagt „Wir wollen Frieden. Frieden für die Welt“ oder „Kein Krieg in Europa. Kein 3. Weltkrieg. Stoppt Putin“. Soll das Gleiche bei raus kommen, aber unser Gehirn geht mit den Sätzen unterschiedlich um. Und unser Gefühl erst recht. Wenn man sich hilflos fühlt und ängstlich…. Was können wir also tun? Beisammen sein und uns unterstützen, Uns zuhören. Ja! Auf jeden Fall. Überlegen, was ist meine Möglichkeit, damit ich kräftig, handlungsunfähig und gesund bleibe? Angst macht krank und schwach! Wir helfen niemandem, erst recht nicht den Menschen in der Ukraine (und auch in. Russland, denn da gibt es bestimmt auch einige, die das nicht unterstützen, es aber nicht sagen dürfen und Angst haben), wenn wir uns dem ergeben und jede Nachricht pausenlos an uns heranlassen. Und wenn, dann von seriösen Quellen. Ich würde jetzt nicht unbedingt Bild TV empfehlen. Versteht mich richtig. Ich plädiere definitiv für s Hinsehen, aber ich bin dafür, dass jeder sich und sein Innerstes schützen darf, um in der Kraft zu bleiben und die Forderung nach Frieden, Nächstenliebe unsere Werte und Vernunft und Liebe hoch zu halten. Lebt Euren Alltag mit Genuss, geht in die Natur, atmet bewusst und tut Euch viel viel Gutes! Das hilft nicht nur Euch! So. Jetzt brauche ich dringend Kaffee! Aus einer dieser herrlichen Tassen…. Vielen Dank! Mit lieber Umarmung. Claudia

    • Martina Goernemann
      6. März 2022

      Das mit der Natur werde ich später tun, liebe Claudia. Die Sonne scheint herrlich hier in München. Ein Spaziergang unter blauem Himmel ist „Pflicht“ heute. Was den Medienkonsum betrifft bin ich tatsächlich anders aufgestellt. Manchmal wünschte ich, dass ich buchstäblich abschalten könnte, aber ich muss die Hand am Puls behalten. Ich schaue aber nicht nur, ich lese auch viel. Verschiedene Printmedien, viele Kommentare und Einschätzungen von Fachleuten. Mein Studium der Kommunikationswissenschaften und der Politologie sind mir momentan Fluch und Segen zugleich. Und ja, ich kann die Bilder lesen … was ist aufgebauscht, was ist pure Propaganda, womit erhöhen die diversen Sender ihre Quoten? Manchmal beruhigt mich das sehen, manchmal erschreckt es mich zutiefst. Aber ich will hier KEINESFALLS Medienbashing betreiben. Ich bin sehr, sehr dankbar, dass wir öffentlich-rechtliche, unzensierte (ja unzensierte) Medien haben, die ordentlich berichten. ARD, ZDF machen einen guten Job, auch Phoenix ist sehr zu empfehlen. Lass uns Kaffee trinken. Bleibst du auf eine Tasse oder zwei? :-)))))

      • Claudia aus Köln
        6. März 2022

        Ich weiß, dass Du in der Beziehung anders eingestellt bist und Du klug damit umgehen kannst. Aber viele Menschen nehmen die Berichterstattung diverser Medien ungefiltert an und hinterfragen nicht. Und Informationen sind absolut wichtig. Keine Frage! Ich hole mir ja auch meine Infos. Und ich bin auch dankbar für die Nachrichtenfreiheit und danke den Journalisten, die in den Krisenländern ausharren und einen guten Job machen, großes Risiko tragen. Doch die Informationen müssen mit Bedacht behandelt werden (was Du sicher kannst)…. Ich kann das womöglich nicht, weil ich nicht die politische Kenntnis habe. Und daher tu ich das, was ich kann oder meine zu können. Im Rahmen meiner Möglichkeiten. Ich schätze, mit Medienbashing meinst Du, dass man die Medien nicht verteufeln soll. Das meine ich auch gar nicht. Aber wie überall im Leben, muss man abwägen und das, was gut ist, schätzen. Gestern hab ich im Radio gehört, Putin habe eine Nachrichtensperre für nachteilige Meldungen bezüglich Russland verhängt. Das ist natürlich absolut unfrei. Geht gar nicht und da bin ich froh, dass das hier anders ist.
        Aber Du hattest gefragt, was kann man tun gegen die Angst. Ich komme mit der zuvor beschriebenen „Methode“ derzeit am besten klar. Aber das muss jeder nach seinem Empfinden entscheiden. Ja, noch nen Kaffee bitte…. Ich bleib gern noch a bisserl….

        • Martina Goernemann
          6. März 2022

          Ich verstehe dich absolut. Die meisten meiner Freunde macht es genau wie du! Ich habe dafür viel Verständnis. Was ich erklären wollte, ist, dass deine Methode für mich LEIDER (!) kein Mittel ist meinen Blutdruck zu senken. Ich gehe jetzt in die Sonne, schaue auf die Berge und atme tiiiiief ein und aus. Schön, dass du noch ein bisschen bleibst. Kaffee soviel du willst :-))))))

    • Tine
      9. März 2022

      Liebe Claudia, Danke für deine klugen Worte. Habe ich jetzt gebraucht.
      Liebe Grüße Tine

  • Doris
    6. März 2022

    Liebe Martina, liebe Claudia aus Köln,
    meistens bin ich nur stille Leserin, aber heute möchte ich mal wieder schreiben. Auch ich habe diese schreckliche Angst. Mein Mann ist so wie du liebe Martina. Er informiert sich pausenlos über alle seriösen Medien und regt sich pausenlos auf.
    Ich versuche hingegen einen kühlen Kopf zu behalten und die Hoffnung nicht zu verlieren. Liebe Claudia, deine Zeilen haben mir einen Weg gezeigt, mit der Situation umzugehen. Ich glaube du hast Recht, dass es in den Köpfen der Menschen einen Unterschied macht ob ich für FRIEDEN oder gegen KRIEG demonstriere. Es ist bekannt, dass ein Schild im Park „Bitte auf den Wegen bleiben“ besser wirkt als ein Schild „Bitte den Rasen nicht betreten“. Wir kennen alle das Spiel: Denke nicht an einen rosa Elefanten. An was denkst du dann?
    Ich bin dankbar für unsere freien unabhängigen Medien. Sie sind sehr wichtig für Demokratie. Dennoch ist es so, dass Medien von Sensationen leben. Das erhöht nun mal die Aufmerksamkeit. So wurde mehr über Coronaleugner uns Querdenker berichtet als über die große vernünftige Mehrheit. Auch wurden die 8 Jahre dauernden Unruhen im Ukrainischen Grenzgebiet kaum mal in den Nachrichten erwähnt. Es gab andere Aufreger. Jetzt wundern wir uns, wie schlafwandlerisch alle Anzeichen von Aggression übersehen wurden. Ebenso wusste kaum jemand, wie groß unsere Abhängigkeit von Russischem Gas und Öl ist. Und nun? Anstatt auf Russisches Gas und Öl zu verzichten, rüsten wir lieber auf. Ständig Ovationen im Bundestag, als unser Kanzler 100Milliarden für Rüstung verspricht. Schon heute können wir die Welt um ein Vielfaches vernichten. Sind wir von allen guten Geistern verlassen? Lasst uns einen kühlen Kopf bewahren. Lasst uns den Frieden in die Welt tragen. Lasst uns Energie sparen und die Umwelt schützen. Ich wünsche mir eine Zukunft für meine Enkelkinder und alle Enkelkinder auf der Welt.
    Liebe Grüße

    • Martina Goernemann
      6. März 2022

      Liebe Doris, du hast das so hervorragend und so klug zusammengefasst. Dem kann ich kaum etwas hinzufügen. Lass mich ein bisschen an deiner Seite sitzen. Magst du Kaffee? Tee? :-)))))

    • Claudia aus Köln
      6. März 2022

      Liebe Doris, Deine Zeilen haben mich sehr gefreut berührt! Ich danke Dir!

  • gertrud carey
    6. März 2022

    Liebe Martina
    Ich würde so gerne etwas sagen oder tun, was dich, mich oder irgend jemand beruhigen könnte. Mir fällt so gar nichts ein, ausser, etwas Schönes, oder Sinnvolles zu tun, auch wenn in unserem Inneren alles dagegen spricht. Einfach um nicht in dieser Ohnmacht verharren zu müssen, und dem Schrecken etwas entgegenzusetzen.

    Mir persönlich tut es gut, Abstand zum Geschehen zu schaffen, sprich, nicht alles zu lesen und zu sehen was uns da durch die Medien erreicht. Ich weiss dass das für dich keine Option ist, du bist ein politischer Mensch, du kannst gar nicht anders, aber du bist in der Lage zu unterscheiden oder erkennen, was denn nun echt ist, und was nicht. Die meisten Menschen nehmen doch alles ungefiltert wahr, ich auch, und das ist einfach unerträglich.

    Zu Beginn der Woche haben wir und kurzfristig entschlossen, wegzufahren, in den Tessin, unseren südlichen Kanton. Wir haben uns ein kleines Rustico gemietet, in einem kleinen Dorf, am Hang eines Tales. Über uns ragten die Hügel und Berge, die Weinfelder die steil in die Hänge gebaut sind. Unter uns der Fluss, die Wiesen und das friedliche Dorfleben. Ausserdem spreche ich kein Italienisch, was ein grosser Vorteil war, weil ich so nicht in die Situation kam, über den Krieg und das Leid zu sprechen. Unser Rustico war winzig klein, es hatte eine Feuerstelle, und bot uns in diesen Tagen das Gefühl von Schutz und Geborgenheit. Weisst du was das Beste war? Keinen Fernseher, kein Mensch weit und breit. Als wir einmal in den nächsten
    Supermarkt wanderten, war selbst die Tageszeitung in deutsch, schon ausverkauft.

    Diese Tage gaben uns die Möglichkeit, zu verschnaufen und Abstand zu gewinnen, trotzdem es nicht möglich war, und ist, den Krieg einfach aus dem Kopf zu verbannen. Ich habe mir vorgenommen, und versuche es zumindest, mich der Angst nicht völlig auszuliefern, und meinen Alltag so normal wie möglich zu leben. Morgen gehen die Mädels wieder zur Schule, das ist gut so. Ich bin gespannt, ob und wie die aktuelle Situation in der Schule thematisiert wird.

    Nun wäre eine Tasse Kaffee gerade richtig, hast du vielleicht auch grad Zeit?

    Ich wünsche dir und allen Raumseelen einen guten Sonntagnachmittag. Herzliche Grüsse, gertrud

    • Martina Goernemann
      6. März 2022

      Liebe Gertrud, wie ich dich um deine Tage im Rustico beneide. Das was du beschreibst klingt so wunderbar nach Erdung. Ich hab vorhin schon erzählt, dass ich Brot gebacken habe. Das ist meine Art mich wieder zurecht zu ruckeln. Drei Brote duften vor mir auf dem Küchentisch. Allerdings läuft dabei die ganze Zeit mein Fernseher. Ich kann einfach nicht anders. Kaffee gibt es für dich immer und in jeder Menge, aber ein Schlückchen Prosecco wäre auch da! :-))))))

    • Tine
      9. März 2022

      Liebe Gertrud, das habt ihr wunderbar gemacht , Abstand gewonnen um sich neu zu sammeln und zu erden . Genau das versuche ich gerade.
      Liebe Grüße Tine

  • Eliane Zimmermann
    6. März 2022

    Ich dachte spontan, als ich dein Foto sah, dass du damit symbolisierst, dass bestimmte Herrschaften inzwischen wirklich nicht mehr alle Tassen im Schrank haben…. und jeden Tag mehr zerbrochenes Porzellan produzieren (vom vielen Blutvergießen ganz zu schweigen…)

    Ich bin mehr in Unruhe und tiefer Sorge, erinnere ich mich an die Zeiten, als ich circa 1978 meine Rot-Kreuz-Helferin-Ausbildung machte, als ich Sirenentöne unterscheiden lernen musste und Jod-Tabletten bunkern sollte, denn, so hieß es, „falls der Russe kommt“. Mist, nun kommt er, irgendwie, woanders…. bislang zumindest.

    Als meine deutsche Schwiegermutter vorgestern anrief und berichtete, dass sie nachts ihre (chronisch kranke) Schilddrüse gespürt hatte (sie ist in der Familie der lebende Seismograph, fast immer spürte sie kleinere AKW-Zwischenfälle, bevor sie in der Presse nachzulesen waren), da wurde mir durchaus mulmig. 30 Minuten später erfuhren wir vom brennenden AKW. Was wird da alles in Kauf genommen, so unfassbar.

    Ja, eine ungläubige Fassungslosigkeit macht sich in mir breit, auch wenn ich versuche, in meiner Mitte zu bleiben und gute Gedanken in die Richtung der Streithähne und der leidenden Zivilbevölkerung zu senden… Wegen des Herzflatterns öffnete ich gestern ein neues Glas Getreidekaffee, der soll seinen Teil beitragen, dass ich nicht in Unruhe versinke, prost!

    • Martina Goernemann
      6. März 2022

      Fühlt sich für mich auch albtraumig an, liebe Eliane. Aber irgendwie bleibt in mir auch das Gefühl, dass es vorbeigehen wird und wir dann vielleicht klüger sind für viele Jahre. Getreidekaffee habe ich nicht, aber wir sind inzwischen beim Prosecco. Magst du?

  • Linde aus dem Taunus
    6. März 2022

    Hallo liebe Martina und liebe Raumseelen, ich bin spät und für Kaffee ist es das auch. Ich habe mir gerade ein Bier geöffnet. Wir hatten eine traumhafte und sehr lange Fahrt erst am der Rhone entlang und durch das Jura. Das tat gut und macht dankbar für das, was wir erleben dürfen. Jetzt an unserem heutigen Stellplatz in Belfort wieder Fernseher und Nachrichten. Die reale Welt und was passiert. Auch ich hoffe, dass die Vernunft siegt und alles gut wird. Ich habe die letzten Tage sehr viel an dich gedacht, liebe Martina. Warum? Weil wir hier in Frankreich leckerstes Brot gekauft und gegessen haben. Jeder Biss ein Hochgenuss. Das Knacken der Kruste….Musik in den Ohren und sagenhafte Geschmackserlebnisse. Gestern auf dem Markt in Uześ gewesen. Welch ein Augenschmaus. Jetzt gibt es den gekauften Käse und das leckere Brot.
    Dankbar, dass wir es hier im Wohnmobil warm und lecker zu essen haben. Und beten, dass wir es immer so gut haben und den Wunsch, dass es allen Menschen so gut geht.
    Morgen geht’s über die Grenze zu Tochter und Enkelkind Hermine. Hoffen und beten, dass sie niemals einen Krieg erleben müssen.
    Einen schönen Abend wünscht Linde

    • Martina Goernemann
      6. März 2022

      Was für eine wunderbare, wunderbare Reise. Es macht Freude das alles zu lesen, was du uns sonntags schreibst. Ich habe heute auch Brot gebacken. Das beruhigt mich so Herrlich und in der Sonne war ich auch. 5 Kilometer! Bier habe ich nicht im Haus, aber ich könnte ein Gläschen Prosecco offerieren. Sichere und gute Weiterreise für euch :-)))))))

  • Ina aus Weinheim
    6. März 2022

    Liebe Martina, liebe Raumseelen,
    also mit dem Kaffee wird das nichts mehr, sonst bekomme ich auch das Herzflattern und die Nacht wird noch unruhiger, als sie es sowieso schon ist. Immer wieder werde ich wach und denke an die vielen Menschen, die da irgendwie verzweifelt versuchen aus dem Land rauszukommen und ihr lieb gewordenes Leben hinter sich lassen müssen. Und all das, während ich warm und sicher in meinem Bett liege. Ich kann ganz schlecht damit umgehen. In diesen Zeiten des Wachseins denke ich oft an diese belanglosen Themen wie Diversität der Gesellschaft, Genderzeichen überall, um noch die kleinste einarmige Kreatur irgendwo auf der Welt in der Anrede zu berücksichtigen. Ich werde zynisch, ich weiß, aber es ist einfach Ohnmacht, Hilflosigkeit und Angst, die das mit mir macht … und in der Nacht sind diese Gefühle besonders bedrohlich. In wenigen Wochen wird uns ein Enkel-Junge geboren und in diese Freude mischt sich Zukunftsangst für dieses Kind, das gerade noch geborgen und sicher im Bauch der Mama ist. Auch ich brauche die Nachrichten regelmäßig am Tag, morgens das Erste und abends spät das Letzte. Der Deutschlandfunk liefert mir da gute Dienste.
    Einen schönen Abend und später eine gute Nacht wünsche ich Euch.
    Solidarische Grüße von Ina

    • Martina Goernemann
      6. März 2022

      Du sprichst mir so sehr aus dem Herzen, liebe Ina. Alles wird so nebensächlich und wenn alles doch noch gut wird, dann werden wir das hoffentlich nicht vergessen. Ich hoffe, du kannst heute Nacht einigermaßen schlafen und Kraft schöpfen. Deshalb bekommst du auch keinen Kaffee :-)))) Aber einen Pfefferminztee könnte ich dir machen :-))))))

  • Sabine Blaschke
    7. März 2022

    Liebe Martina, liebe Raumseelen,
    bisher war ich nur stille Leserin, aber heute möchte ich doch zu diesem Thema einmal etwas schreiben. Die ersten Tage nach dem Einmarsch von Herrn Putin und seinen Marionetten in ein freies unabhängiges Land habe ich mich nur informiert, alles gehört, alles gelesen und dann festgestellt, dass mir die ständige Informationsflut überhaupt nicht gut tut. Ich hatte das Gefühl, dass alles in mir wie zugeschnürt ist. Ich habe dann versucht, einen anderen Weg für mich zu finden. Erst einmal muss es mir selber gutgehen, wenn man etwas bewegen will. Ich bin so dankbar, in einem freien Land zu leben, dankbar für mein schönes Zuhause, für die gute Mahlzeit, für das schöne Glas Wein mit Freunden.
    Und ganz wichtig, wir alle können etwas bewegen, jeder auf seine Art.
    Jede Demo -auch im kleinen- setzt Zeichen und wird wo auch immer gesehen. Zu allen Sanktionen stehen -auch zu noch härteren- auch wenn sie unseren eigenen Geldbeutel betreffen, und das wird sich noch verstärken. Spenden, jeder wie er kann, sich an Aktionen beteiligen. Nie davon ausgehen, dass der Großteil der russischen Bevölkerung diesen Krieg will, sondern dass es Putin`s Krieg ist. Und eine große Solidarität mit den Menschen aus der Ukraine zeigen, die noch zu uns kommen werden, und es werden noch viele kommen. Das muss von uns allen ohne wenn und aber akzeptiert werden. Ich lebe in einer kleinen Stadt. Bisher haben wir noch keine Flüchtlinge, aber es steht schon jetzt ganz viel angemeldeter Wohnraum zur Verfügung. Wir alle können etwas tun und dürfen uns nicht hilflos fühlen, trotz aller Ängste, die wir haben. Und wer noch Kinder zu erziehen hat, sollte alles dafür tun, dass sie zu weltoffenen Menschen werden, denn der Friede fängt auch vor der eigenen Haustür an.
    Ganz liebe Grüße für alle von Sabine

    • Martina Goernemann
      9. März 2022

      Liebe Sabine, das sind kluge Worte von dir und sehr praktische, gute Vorschläge. So langsam gibt es ja sogar diplomatische Lichstreifen am Horizont. Mir hilft das sehr. In meinem Herzen breitet sich (trotz meines intensiven Medienkonsums) Zuversicht aus. Beten und demonstrieren kann ich ja ungebrochen weiterhin. Herzlich! M.

    • Sonja
      14. März 2022

      Zitat: „Wir alle können etwas tun und dürfen uns nicht hilflos fühlen, trotz aller Ängste, die wir haben. Und wer noch Kinder zu erziehen hat, sollte alles dafür tun, dass sie zu weltoffenen Menschen werden, denn der Friede fängt auch vor der eigenen Haustür an.“

      Liebe Sabine, damit hast Du mir aus der Seele gesprochen.

      Liebe Grüße
      Sonja

  • Tine
    9. März 2022

    Liebe Martina,
    ich muss sagen, das war heute Morgen doch ein sehr guter Gedanke dem ich nachgegangen bin . Schaue doch mal bei Martina und den Raumseelen nach was sie zu dem Allen sagen. So viele kluge Gedanken und Worte . Machen Mut sich neu zu sortieren, gegen die eigenen Ängste , raus aus der Gedankenspirale und für die Sonne im Herzen . Gut , dass es Frühling wird .
    Liebe Grüße Tine

    • Martina Goernemann
      9. März 2022

      Der Frühling ist wie Salbe auf der Seele, gell? Nun keimt ja langsam auch Hoffnung auf, dass die Diplomatie wieder Tritt fasst. Ich bin zuversichtlich! Herzlich! M.

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