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Schlau

Resilienz ist ein anderes Wort für „Du schaffst das“!

Resilienz! Klingt nicht sexy. Hört sich an wie ein Hautausschlag. „Leider leiden sie an Resilienz, gnädige Frau!“ Oder wie Krabbeltiere, die das Gebälk annagen. „Sie haben Resilienzbefall im Dachstuhl, den müssen wir dringend bekämpfen.“ Auch wenn das Wort nicht daraufhin zu deuten vermag, Resilienz ist etwas Gutes.

Mich hat meine Resilienz schon oft gerettet.

Ich verfüge offenbar über eine große Portion davon, aber Resilienz bekommt man nicht in die Wiege gelegt. Resilient wird man kaum ohne die Hilfe anderer.  Heute sehe ich, dass es immer wieder ganz besondere  Menschen waren, die hinter mir standen, die es mir möglich machten an meine Kraft zu glauben. Menschen, die mich mit dem Mut versorgten nicht aufzugeben und zu mir selbst zu sagen: „Vertrau dir, Martina, du schaffst das!“

Resilienz ist wenn du die Steine aus deinem Weg zur Seite schiebst.

Resilienz ist, wenn man es schafft, die Steine im Lebensweg wegzuräumen.

Von einem, der mir dabei mehr geholfen hat als er ahnt, will ich euch erzählen. Er war der erste, der die „Du schaffst das“- Zauberformel sprach.
Mit dieser sanften Stimme, die ich bis heute aus tausend anderen Stimmen erkennen würde.
Da wo ich herkomme, gehörte „Vertrau dir!“ Oder „Du schaffst das!“ nicht zum Vokabular.  Da herrschten andere Überlegungen: Was denken die Nachbarn? Was sagt die Verwandtschaft? Bekannte Pfade zu verlassen, galt als Sünde und der Beruf eines Journalisten war meiner Familie höchst suspekt.

Ich wollte Journalistin werden.

Thomas Rother war es längst. Einer der besten. Redakteur bei der WAZ in Essen. Und Schriftsteller. Und Poet. Und Maler. Und Sammler. Er schuf Skulpturen und atemberaubende, raumfüllende Bilder.
Ich steckte im Abitur und träumte von diesem Beruf. Die Unterlagen für die Aufnahmeprüfung an der Journalistenschule in München hatte ich heimlich besorgt, aber ich fürchtete mich davor zu scheitern und von meinem Eltern ein schnippisches „Siehste!“ zu ernten.

„Vertrau‘ dir! Du schaffst das!“ sagte Thomas. 

Und weil ich ihm vertraute, vertraute ich mir. Als ich Wochen später eine der 30 Glücklichen war, die man aus knapp 2000 Bewerbern ausgewählt hatte, da strahlte Thomas und rief mir bei meinem nächsten Besuch das längste „Maaaaaartinaaaaaa“ zu, das je zu mir gesagt wurde.
Seine Frau Christa öffnete eine Flasche Sekt um meinen Sieg zu feiern. Und es gab feines Gebäck dazu. Sekt und Gebäck kaufte sie nie im Supermarkt, sondern in einem bestimmten Feinkostgeschäft in Essen. Ich genoss jedes Schlückchen und jedes der süßen Stückchen, denn die Kostbarkeit der Dinge fühlte sich wie Wertschätzung an.

Resilienz ist wie ein Auge auf die Welt

Resilienz ist wie ein Guckloch in ein besseres Leben.

Ich verließ den Kohlenpott, meine neue Heimat wurde München. Ich studierte, lernte mir zu vertrauen, Krisen mutig zu begegnen und machte Karriere.
Anfangs telefonierten wir regelmäßig, dann immer spärlicher. Thomas Rother war jetzt ein bekannter Mann.
Er und seine Frau gaben ihre wunderschöne Wohnung mitten in Essen auf und zogen in ein Gebäude auf Zeche Zollverein. Thomas gab ihm den Namen „Kunstschacht“. Ein Gebäude so groß wie eine Kirche.

Resilienz ist das was Thomas Rother im Kunstschacht macht

„Wenn du uns besuchen willst, musst du im Sommer kommen.“

Das hatte Christa mir am Telefon eingeschärft. „Im Winter ist hier zu kalt!“
Der Kunstschacht ist eines von 20 Gebäuden auf dem 100 Hektar großen Gelände von Zollverein. Es ist die ehemalige „Kraftzentrale“ von Schacht 1/2/8. Hier wurde der Strom und Druckluft erzeugt. Heute ist es Wohnung, Ausstellungshalle, Atelier und Museum.
Ein Gebäude, in das mühelos eine Reihenhaussiedlung hineinpassen würde. Die Deckenhöhe einer Kirche, turmhohe Fenster, ein Labyrinth  aus Treppen und Zwischengeschossen, zugig wie ein Bahnhof. Ein sehr, sehr schönes aber auch sehr, sehr anstrengendes Gebäude.
Vor wenigen Tagen hatte ich Gelegenheit herauszufinden, was Christa gemeint hatte, als sie von der Kälte im Kunstschacht sprach.
Es ist tatsächlich kalt dort. Sehr, sehr kalt. Aber auch bunt. Bunt und herzenswarm.

Resilienz. Eine Zeche stemmt sich gegen das Vergessen.

Resilienz ist auch wenn sich eine Zeche bockig gegen das Vergessen stemmt. 

Zollverein galt als die schönste und leistungsstärkste Zeche der Welt. Der Welt! Aber 1986, einen Tag vor Heiligabend, war ihre Zeit abgelaufen. Sie schloss als letzte von fast 300 Zechen in Essen. Die Pläne für den kompletten Abriss lagen in der Schublade. Und ein bisschen ist es auch Thomas Sturheit verdanken, dass daraus nichts wurde und Zollverein 15 Jahre später in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde. Zollverein steht damit in einer Reihe mit dem Kölner Dom und dem schiefen Turm von Pisa.

Resilienz ist wenn man sogar friert für seine Kunst

Unmöglich, diese „Kraftzentrale“ zu heizen.

Das Gebäude ist einfach zu groß. Die einzige Wärmequelle ist ein Bollerofen. Nur ganz nah an seinem schwarzen Eisen ist es warm.
Thomas lebt und arbeitet hier. Seit Jahrzehnten. Ein Mann wie ein Baum, aber inzwischen in den Achtzigern. Jeder Winter ist eine Herausforderung für ihn und seine Frau Christa. Als Thomas mit mir herumgeht, um mir die Schätze zu zeigen, die im Kunstschacht eine Heimat haben, kann ich sehen wie seine Nase vor Kälte tropft.
Seit Tagen suche ich nach den Worten um den Schatz zu beschreiben, den Thomas im Kunstschacht geschaffen und zusammengetragen hat.
Ich finde sie nicht! Bin überwältigt und atemlos. Begeistert, demütig und tief berührt. Am besten, ich zeige euch meine Fotos, dann seht ihr was ich meine.

Resilienz. Atelier Thomas Rother

Thomas ist gesegnet mit unerschöpflicher Kreativität. 

Er ist Verfasser von Romanen, Erzählungen, Reportagen, Gedichten und Liedertexten, ist Bildhauer, Sammler und Bewahrer. Überzeugter Europäer, gelernter Maurer und studierter Germanist. Träger des Luise-Rinser-Preises und er hat sich wie kein anderer dem Wesen und der Geschichte des Ruhrgebiets verpflichtet.

Resilienz. Kunstschacht Thomas Rother

Arbeiten aus Stahl und Eisen und Farben, die aus Rost gefertigt sind.

Seine Arbeiten wurden in vielen Museen ausgestellt, aber er hat nie mit dem Finger auf sich gezeigt. Leider! Das was heute jeder Instagrammer tut, hat er nie gemacht. Marketing in eigener Sache beherrscht er einfach nicht.
Thomas scheint aus der Zeit gefallen und Mäzene, wie es sie noch in den 80ern und 90ern gab, scheinen von der Bildfläche verschwunden zu sein.

Resilienz. Kunstschacht von Thomas Rother

Das Gebäude in dem Thomas lebt, arbeitet und sammelt stammt aus den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts. 

Ein herrliches Zeugnis deutscher Industriegeschichte. Aber hier nagt nicht nur ein Zahn der Zeit, sondern eine ganze Kauleiste. Wo anfangen mit den Reparaturen?
Thomas war der erste der die Kunst nach Zollverein brachte. Heute strotzt das Gelände vor Kunst, Tanz, Design und Co.! Schicke Kunst.
Thomas war nie schick. Er war immer der Malocher. Er bewahrt das Andenken der Kumpels und sammelt ihre Geschichten.

Resilienz. Kunstschacht Thomas Rother

Unzählige Zeugnisse einer untergegangenen Welt aus Kohle und Stahl.

Containerweise wurden wichtige Zeugen vernichtet als das Gelände seinerzeit aufgeklart wurde. „In Abwicklung heißt das dann so schön“, erzählt Thomas.
Er konnte das nicht mit ansehen und wurde zum Bewahrer. Er gab den Dingen Asyl: Grubenhelme und -lampen, Arschleder und Brotdosen, Hydranten, mannshohe Zahnräder, Leitern und Werkzeugkisten.  „Ohne Christa wäre das nicht gegangen. Die hat jeden Tag nach der Schule ihre Runden hier im Gelände gedreht,“ erinnert er sich. „Da kommt wieder die Radfahrerin, haben die Leute gesagt. Christa hat geschaut was zu retten war und wir haben es dann in den Kunstschacht geholt.“

Resilienz. Riesige Halle im Kunstschacht

Thomas Rother will den Respekt für die Kumpel im Revier lebendig erhalten.

Das Andenken an die, die den Buckel krumm gemacht haben. Die ehrlichen Typen mit den schwieligen Händen für die Gemeinschaft das Größte war. Ein Gefühl, das nur zu konservieren ist, wenn man die Geschichten sammelt und die stummen Zeugen dieser Ära.
Respekt für die Typen denen das gesprochene Wort etwas galt. Für die Jungs, die geschuftet haben bis zum Umfallen, loyal für die Zeche, die ihre Heimat war.
Die in mintgrünen Gummischlappen nach der Arbeit in die Waschkaue schlurften. Deren Augen immer ein bisschen Kajal geschminkt aussahen weil der Kohlenstaub nicht mehr richtig wegging.
Als kleines Mädchen hab ich solche Typen tatsächlich auch noch erlebt. Wenn sie bei meiner Oma an deren Büdchen standen und dort ihr Feierabendbier tranken. Gerne mit Rollmops oder Käsebrötchen.

Resilienz. Kunstschacht Thomas Rother

Jeder Bergmann hatte einen Hammer, eine Axt und eine Säge!

In allen Werkzeugen war ein Loch. Das Loch ist zum Aufhängen da. Das erste was ein Bergmann lernt, ist nämlich, dass man nichts herumliegen lassen darf. Warum? Weil es unter Tage dunkel und die Gefahr groß ist, dass man fällt über herumliegende Gegenstände.
Thomas spannte als erstes ein Stahlseil, als er seine Halle in Besitz nahm und hängte daran die Werkzeuge auf, die man ihm brachte.
Die Säge mit dem Griff aus einem gebogenen Ast ist etwas ganz besonderes.

Resilienz. Jede Bergmannssaege eine Geschichte

Thomas Herz spricht Pott.

Er grinst als er von den Jungs erzählt, die sich eines Tages die Nasen an einem der Fenster platt drückten.
„Mein Oppa hat gesagt, wir sollen ma gucken wat dat fürn Bekloppter da is, der dat olle Zeuch sammelt“, hatte einer der Jungs zu Thomas gesagt.
„Sach‘ deinem Oppa, er soll herkommen und gucken“ schlug Thomas vor. „Nee“, sagte der Junge „Mein Oppa kommt nicht, dem muss ich alles erzählen“.
Der Junge kam wieder. „Warum machse dat, fracht mein Oppa?“
„Ich mach‘ dat, damit die Leute nich‘ vergessen, wat hier auf der Zeche gemacht worden is!“
Tage später kam der Junge mit der Säge mit dem besonderen Griff. Die Säge, die den Oppa jahrzehntelang unter Tage begleitet hatte. Thomas gab ihr einen Ehrenplatz an seinem Stahlseil. Der Junge von damals ist längst erwachsen, aber er kommt noch heute in den Kunstschacht um Thomas zu besuchen.

Resilienz. Thomas Rother und seine Frau haben davon reichlich

Christa und Thomas Rother kennen unzählige solcher Geschichten. 

Sie behüten die DNA des Ruhrgebiets und seiner Menschen. Eingefangen in Bildern, Skulpturen und Lebensläufen.
Eine Sammlung so riesig wie das Gebäude, das im Winter einen hohen Einsatz von den Beiden fordert. Thomas wird seine Schätze nicht loslassen, egal wie viele Eisblumen der Frost an die Fenster des Kunstschachtes malt.
Ich habe Thomas‘ Beharrlichkeit immer bewundert. Seine Mischung aus Stolz und Bescheidenheit und sein Gespür für Menschen.
Dir verdanke ich es, einen Beruf zu haben, der mich bis heute jeden Tag glücklich macht. DANKE, Thomas!

Und wer hat euch geholfen an euch zu glauben?
Wer war derjenige oder diejenige, die euch stark gemacht haben? Setzt euch zu mir und erzählt! Kaffee dazu? :-))))))

36 Comments
  • Christina
    6. Februar 2022

    Guten Morgen liebe Martina, liebe Raumseelen
    Welch beeindruckendes Paar und welche einmalige Konsequenz, trotz Kälte und Gegenwind die Steine aus dem Weg zu räumen. Nach sorgfältigem, langem Nachdenken muss ich ehrlich gestehen, dass meine Resilienz (man sagt ich hätte viel davon) genau vom Gegenteil kommt.
    „Du kannst das nicht, du bist viel zu lieb und freundlich und ängstlich“ hiess es. Also habe ich es meinem Exmann zu verdanken. Ich versuchte es trotzdem oder deswegen. Wie auch immer, es hat mich stark gemacht und ich bin ihm auch Jahrzehnte nach der Scheidung noch sehr dankbar dafür.
    Danke dir für diese wunderbaren Denkanstöße. Einen friedlichen, erholsamen Sonntag wünsche ich euch allen von Herzen.

    • Martina Goernemann
      6. Februar 2022

      Das ist wirklich ein großes Kompliment an deinen Exmann. Wie toll dass du das so völlig rosenkriegfrei sagen kannst. Danke für das Kompliment an Thomas und Christa. Ich werde es an die beiden weitergeben, Bleib doch noch auf einen kaffee! Einverstanden? :-))))))

  • Christiane
    6. Februar 2022

    Liebe Martina, was für wunderbare Menschen mit einer erstaunlichen Lebensgeschichte, vielen Dank dafür! Mich haben meine Kinder stark und resilient gemacht, ich war alleinerziehend und berufstätig und wollte trotzdem, dass sie eine freie glückliche Kindheit haben und dafür habe ich mir immer wieder gesagt „du schaffst das“ und ich glaube es hat ganz gut funktioniert liebe Grüße Christiane

    • Martina Goernemann
      6. Februar 2022

      Ach jaaaa, Christiane. Es ist so wichtig, dass wir unsere Kinder stark machen. Ich hatte nicht das Glück, aber ich habe ja -wie du siehst- immer zur richtigen Zeit die richtigen Menschen getroffen. Dafür bin ich sehr dankbar. Kaffee für dich? :-)))))

  • Eliane Zimmermann
    6. Februar 2022

    {{{und rechts neben deinem Text eine Anzeige mit Sweatshirts, auf denen steht: Yes. I’m cold. 24:7. 😀 }}}

    Watt für ’ne sensationelle Geschichte! Watt für’n toller Typ, die wachen Augen, diese Resilienz! Watt für’n Gebäude, für ’ne Sammlung! Ich bin sprachlos. Wie sensationell, dass so ein wundervolles Menschenwesen auf dich aufgepasst hat. Und dass daraus eine so WUNDERvolle Hommage an ihn, an sie beide, entstehen durfte.

    Nun ist glatt mein zweiter Kaffee kalt geworden, so eingetaucht bin ich in diese Welt. Ganz lieben Dank für’s Teilen. Da ich heute ungewöhnlich früh dran bin, ist das eine wunderbare Inspiration. {auch wenn mein heute zu redigierender morgen abzugebender Artikel sich um die Lymphe dreht, spannend-nicht-spannend}

    DAAAANKEEE!

    • Martina Goernemann
      6. Februar 2022

      Wie lieb von dir, Eliane. Da krieg ich eine wohlige Gänsehaut beim Lesen deines Kommentars. Ich werde das an Thomas so weitergeben. Bleibst du ein bisschen zum Kaffee? Tee gibt es auch! :-)))))

  • Katrin
    6. Februar 2022

    Einen schönen guten Vormittag ihr Lieben!
    …war ich doch tatsächlich letzten Sonntag auch nicht da … , keine Ahnung, irgendwie verflog die Zeit.
    Dabei hattet ihr so ein schönes, interessantes Thema „Heimat“………..
    Ich bin ja tatsächlich erst einmal umgezogen in meinem Leben – und da nur knapp 4km!!! – ich weiß es nicht, wie oft sowas vorkommt 🙂
    Klingt für sehr viele vermutlich so ganz und gar „unglaublich“ und eventuell komplett „weltfremd“ und verschroben.

    Dieser Heimatbegriff ist schon irgendwie was sonderbares!
    Denn ich hab es jetzt wieder gespürt, dieses Gefühl das ich jedes Mal spüre wenn ich den Boden in California betrete,…. (auch in Florida ging’s mir aber jedes Mal ähnlich) – es ist irgendwie so ein „nach Hause kommen“ – obwohl ich dort ja grad mal ein Jahr verbracht habe und einmal drei Monate , so mit „richtig wohnen und Adresse“ ansonsten immer nur Urlaubswochen.
    Aber dieses Gefühl …, diese Weite, das Meer – die Meeresluft und: die Baumriesen! Diese wunder wundervollen Bäume überall! Die liebe ich am allermeisten! Der Duft der Rieseneukalytus und diese Rinde … es springen gleich Herzchen aus meinen Augen! Und diese uuuunglaublichen Kapokbäume mit ihren wehrhaften Stacheln und doch so so sooo wundervollen Blüten und den Kapseln mit der herrlichen Wolle. Und diese uuuunglaublich rieieieiesigen Eichen und was weiß ich noch alles, die so mächtig und schön auch einfach so den Freeway entlang stehen (weil keine Lärmschutzwände)
    Und dazu dann natürlich noch all die unterschiedlichsten Palmen und die Zitrusbäume voller Früchte und Blüten! Hach, ich liebs einfach! So unglaublich schön!

    So, genug geschwärmt … Steht leider noch so einiges an Arbeit an heute 🙁
    Dieses „Megaatelier“und die tollen Fotos vom heutigen Bericht sind ja auch eine Wucht Martina!
    Tolle Geschichte! Und unglaublich starke, tolle Menschen! …wenn es nicht so kalt wäre in diesem Megagebäude wär das ja für mich auch was! So Ateliers lieb ich immer! Leider ist einer unserer „Künstlerfreunde“ , bei dem meine Kinder im Atelier auch mal malen durften, verstorben. Seine Frau – ebenfalls Künstlerin – hat vor kurzem eine Ausstellung eröffnet. Von einem anderen bekannten Künstler hab ich auch noch ein schönes Andenken.

    Ich wünsch euch einen schönen Sonntag!
    Katrin

    • Martina Goernemann
      6. Februar 2022

      Ich habe ganz ähnliche Heimatgefühle wie du wenn ich nach Maine oder New York komme. Kann das gut verstehen was du schreibst. Wie sagt man neuerdings so schön? Amerika macht was mit einem :-)))))
      Ich hoffe, dass du dir heute mal einen ruhigen Sonntag gönnst, aber wie ich dich kenne brummkreiselst du bestimmt. Wie wäre es mit einem schönen Milchkaffee? :-))))))

      • Katrin
        6. Februar 2022

        Oh danke!
        Der Milchkaffee war herrlich Martina 🙂

        Ich hab heute die Terrasse vom Laub befreit, das der Sturm der letzten Tage herangeweht hatte 🙂 – und gleich draußen Wäsche aufgehängt und den Christbaum zerkleinert. Es war herrliches Wetter mit Sonnenschein 🙂
        Darum bin ich dann mit meiner Jüngsten auch noch mit meiner Freundin und ihrem Sohn (praktischerweise der Klassenkollege und Freund von meinem Mädchen) im Wald spazieren gewesen und danach noch Tee trinken und Puzzle bauen 🙂
        Mit Geschirr und Küchenarbeit und noch ein paar Bürozetteln (die morgen zum Steuerberater sollen) also ein sehr ausgefüllter, aber auch schöner Sonntag 🙂

        Ein wenig Arbeit wird jetzt noch erledigt und noch ein wenig Lernen mit der Mini (Berge, Schlösser …- Sachunterrichtstest steht an )

        Gute Nacht ihr Lieben!

        • Martina Goernemann
          6. Februar 2022

          Ich habs geahnt … es war ein Brummkreiselsonntag bei dir :-)))) Jetzt aber die Füße hoch. Versprochen?!!!!

  • Ursula aus dem Süden
    6. Februar 2022

    WOW Schnappatmung. Was für eine Sammlung und erst die beiden. Ja wenn man solche Menschen kennen darf dann hat man Glück.

    Jetzt rollen mir doch tatsächlich 2-3 Tränen. So was hat zu mir noch niemand gesagt. Und Traumberuf. Den hab ich gar nicht. Unterm Strich bin ich aber zufrieden. Er war/ist normal und bringt jeden Monat sicheres Geld und ist wohnortnah, auf dem Weg liegen Einkaufsmöglichkeiten, waren die Schulen und die Kindergärten und zur Not hätte man auch laufen können. Bequem eben. Ein/mein Traum jedoch nicht. Mir fällt jetzt aber auch nicht ein was ich wirklich gerne gemacht hätte.
    Man ist da eben so als Mädchen (meist) je nach Elternhaus so reingewachsen. Eben so ja was denken die oder der das geht gar nicht das erlauben wir nicht etc….

    Heute übertrifft sich der Himmel mal wieder in Grautönen und Schnee is auch nicht. So werde ich nachher in die Badewanne steigen und das lavendelbadeöl einfließen lassen.

    Habt einen schönen Sonntag.

    LG
    Ursula

    • Martina Goernemann
      6. Februar 2022

      Ich freu mich immer, wenn ich lese, wie gut du genießen kannst. Lavendelbadeöl und „lazy sunday“ passen doch wunderbar zusammen. Was du über Elternhaus und Berufswahl schreibst kann ich so, so, so gut nachvollziehen. Für mich hatte man einen Posten im katholischen Kindergarten der Pfarrgemeinde vorgesehen. Nicht das ich was gegen Kinder hätte, aber glücklich wäre ich dort nicht geworden. Was hälst du von einem schönen, heißen Kaffee? Mein feiner Kaffeevollautomat ist repariert und der Kaffee ist echt lecker! :-))))))

  • Christina Ringgenberg
    6. Februar 2022

    Liebe Martina
    Ich melde mich wieder einmal,aus der stillen Ecke.
    Dein Text und deine Bilder haben mich sehr ergriffen. So sehr,dass ich weinen musste. Diese zwei Menschen,die mit einer Überzeugung und Liebe ihre Passion verfolgen. Noch im Alter und unter schwierigen Umständen,in einem schwierigen Haus. Aber man sieht ihnen die Zufriedenheit an und sie scheinen glücklich,wenn sie ihrer Berufung folgen können. Man möchte die Beiden gerne umarmen.
    Dieser Beitrag zeigt mir,dass man seine Ziele nicht aufgeben darf und man sie Schritt für Schritt verfolgen und an sich glauben muss. Egal in welchem Alter.
    Vor allem meine Kinder,bestärken und schubbsen mich immer mal wieder, Wenn die Mutter zu ängstlich oder zu wenig Selbstvertrauen oder einfach zu bequem ist,vorwärts zu gehen.
    Danke Martina für deinen Denkanstoss.
    Einen schönen Sonntag wünsche ich. Sitze mit dem „Käfer“ zu Hause und kann nicht in meine geliebten Berge zum skifahren oder Schneeschuh laufen:((
    Seid herzlich Umarmt
    Christina R.

    • Martina Goernemann
      6. Februar 2022

      Wie schön von dir zu lesen, liebe Christina. Hab gestern an dich gedacht als ich von den Lawinenunglücken hörte, denn ich weiß ja wie gern du in den Schnee gehst. Nun weiß ich dass es dir gut geht und bin beruhigt. Christa und Thomas werden sich freuen über den Zuspruch, der ihnen von dir und den anderen lieben Raumseelen zuteil wird. Es sind wirklich zwei besondere Menschen. Danke für deine Worte.
      Bleibst du du auf einen Kaffee? :-))))))

  • Angelika Rother
    6. Februar 2022

    Danke für diesen wunderbaren Beitrag über meine Eltern.
    So ist Thomas. Auch mir hat er Mut gemacht meinen Beruf zu ergreifen.
    Thomas ist eine Ausnahmepersönlichkeit und Christa auch.

    • Martina Goernemann
      6. Februar 2022

      Ja, Angelika. Das sind die beiden. Ganz besondere Menschen. Hab einen schönen Sonntag. Kaffee für dich? :-)))))

  • Christine Nätscher
    6. Februar 2022

    Liebe Martina

    bin ja eine ganz stille treue Leserin…. aber heute muss ich dir für den tollen Bericht herzlich danken.
    Ganz liebe Grüße
    Christine

    • Martina Goernemann
      6. Februar 2022

      War mir wirklich eine Herzensangelegenheit diese Geschichte zu schreiben. Das hast du gespürt, gell? Kaffee für dich? :-)))))

  • Christina Ringgenberg
    6. Februar 2022

    Das ist aber lieb,hast du an mich gedacht,Martina. Mir geht es gut,einfach die letzten Tage hat mich Corona kurz mal flachgelegt.
    Gerne einen Kaffee,schwarz und stark.
    Schön,wieder einmal in der Raumseelenrunde zu sitzten:))

  • Presented by Steph
    6. Februar 2022

    Mega!!! Danke für diesen tollen Bericht! Zollverein steht schon länger auf meiner Ausflugsliste, dass es diese besonderen Menschen dort gibt, wusste ich noch nicht.
    Das passt für mich auch so sehr zur letzten Woche „Heimat“.
    Gäbe es Menschen wie diese beiden nicht, ginge vieles der alten Industriekultur gnadenlos den Bach runter. Ob Zechen, Stahlwerke oder Textilfabriken (und vieles mehr). Bewundernswert, was die beiden auf sich nehmen…weil sie für etwas brennen und es leben.

    Resilienz ;))) da gibt es so vieles, das sie wachsen ließ und lässt. Nicht zuletzt beginnt es im Elternhaus, oft schon beim Laufen lernen. Können die Eltern fördern (du schaffst das) oder gehts in die „nicht gut genug“ Richtung.
    Martina, so wie es für dich der katholische Kindergarten war, war für mich eine Ausbildung in der Stadtverwaltung vorgesehen „weil Papa da jeden kennt“. Genau das wollte die rebellische Jugendliche ja nicht 😉 Naja, dann kommt das Leben das uns weiter fordert, ich wurde bös krank (das ist überstanden = geheilt), verlor zwei Ehemänner völlig unvorbereitet (Herzinfarkte aus dem Nichts) war oft mehr als verzweifelt, dennoch habe ich es geschafft, bin gesund und zufrieden. Jeder ist seines Glückes Schmied, sagten meine Großeltern immer…
    Viele liebe Grüße, Steph

    • Martina Goernemann
      6. Februar 2022

      Oh ja, liebe Steph. Dieses „nicht gut genug“ ist auch so ein Thema. Ist es nicht unglaublich, was uns alles noch in der Seele herumvagabundiert auch wenn die Kindheit schon viele Jahre zurück liegt? Ich bin aber -ähnlich wie du- glücklich über den bisherigen Verlauf meines Lebens auch wenn weiß Gott nicht immer leicht war und ist. Wir sind starke, große Mädchen, gell? Aber manchmal hat man auch die Nase voll vom stark sein. Geht es dir auch so? Kaffee oder Tee? :-)))))

      • Presented by Steph
        6. Februar 2022

        Gerne Kaffee! Möchte jemand Nusskuchen? Sahne hätte ich auch da Nase voll vom stark sein, ja natürlich gibt es auch solche Tage. Erinnern mich daran, dass wir nicht unkaputtbar sind; ein Saunatag wirkt dann Wunder (bei mir hilfts :)))

        • Martina Goernemann
          6. Februar 2022

          Wir hatten gerade Waffeln. So ein klitzekleines Stück Nusskuchen geht aber gewiss noch. Sauna kann ich gar nicht, ich bin eher Team Badewanne. Kaffee kommt sofort :-)))))

  • Gudrun
    6. Februar 2022

    Liebe Martina, was für ein tolles Ambiente für die Kunst und die alten Gegenstände aus dem Pott, die da auch zur Kunst werden. Da möchte ich mal durch, lieber als durch ein durchgestyltes und organisiertes Museum (Ich gehe aber auch gern ins Museum), Und Thomas und seine Frau strahlen, dass man sie einfach nur in den Arm nehmen möchte. Danke, dass du uns diesen Ort vorgestellt hast.
    Liebe Grüße
    Gudrun

  • Gabriele
    6. Februar 2022

    OMG war das erste, was mir beim Blick auf deine Fotos durch den Kopf schoß. Und dann nochmal, nachdem ich deine Geschichte gelesen hatte. Was für wundervolle Menschen du uns da vorgestellt hast, liebe Martina. Herzlichen Dank dafür. Dort würde ich sehr gerne mal alle die kleinen und großen Schätze anschauen und die Geschichten dazu hören, hach.

    Resilienz, tja, was soll ich sagen. Aufgewachsen mit so blöden Sprüchen wie „bloß’n Mädchen“ bin ich heute dankbar, daß es im Laufe der Zeit den einen oder anderen Schubser für mich gegeben hat. Einer der ersten Schubser im Beruf kam wohl von der Büroleiterin Personal, die mich nach bestandener Verkaufslehre mehr oder weniger zwang ins Büro zu wechseln, was für ein Glück 😉 Und im privaten war es damals auch mein Exmann, der mir mein mangelndes Selbstbewußtsein mit austrieb.

    Ach je, schon wieder so ein abendfüllendes Thema und Denkanstoß, schön 🙂 Ich hol mir mal ’nen Tee.

    Viele Grüße aus NF, Gabriele

    • Martina Goernemann
      6. Februar 2022

      Wir dürfen stolz auf uns sein, Gabriele. Und dankbar für die Helferlein, die unser flatterndes Herz gestützt haben. Tee ist ein guter Plan. Ich setze mich mit einem Kaffee dazu. Stürmt es bei euch im Norden auch so doll? :-)))))

      • Gabriele
        6. Februar 2022

        Jo, nach einer durchregneten Nacht war es nicht wirklich lange hell und jetzt gibt es immer mal wieder so richtig fette Böen. Ein bisschen Sonne für morgen wär schon schön.
        Guats Nächtle…

        • Martina Goernemann
          7. Februar 2022

          Jaaaa Sonne! Ich bin sicher wenn wir davor wieder ein bisschen mehr kriegen, dann fühlen wir uns alle wieder besser. Hab einen guten Start in die neue Woche! :-)))))

  • Susanne Horn
    7. Februar 2022

    Danke, liebe Martina, für diese erneute Reise in die Gegend, die mein Herz erwärmt. Natürlich war ich schon mehrfach auf Zeche Zollverein, aber ich gestehe: Noch nie war ich im Kunstschacht! Wenn ich Zeche Zollverein oder die vielen anderen Zeugnisse der Industriegeschichte angeschaut habe, dann stets in Begleitung meines Vaters. Er ist jemand, der das Arschleder (sorry für alle Nicht-Ruhrpottseelen;-)) noch getragen hat Wie Du Dir sicher vorstellen kannst, hat er nicht so viel für Kunst übrig. „Das ist etwas für die Leute, die sich nie unter Tage den Buckel krumm gemacht haben“. Dafür habe ich von ihm viel über Geschichte gelernt. Und Resilienz und die Ermutigung, das beruflich zu machen, was ich will. Ich gelobe, sobald es möglich ist, werde ich den Kunstschacht besuchen!

    • Martina Goernemann
      7. Februar 2022

      … das ist genau die Mischung im Kunstschacht, die ich so toll finde, liebe Susanne. Die Verbindung der beiden „Welten“ Kunst und Maloche. Das hat Thomas so fabelhaft hingekriegt. Bei dir scheint auch zuzutreffen: Einmal Ruhrpott, im Herzen immer Ruhrpott, gell? Einen guten Start in die neue Woche für dich! :-))))

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