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Schlau

Heimat! Was ist das?

Kann man Heimat riechen? Schmecken? Kann man sie hören? Ist sie ein Ort oder ein Gefühl? Ist sie für euch ein wohliges Etwas in der Bauchgegend oder macht sie euch Angst? Wenn Heimat ein Ort ist, fahrt ihr dorthin gern zurück oder würdet ihr diesen Ort für kein Geld der Welt verlassen? Wieder viele Fragen! Aber es lohnt sich, den Antworten nachzuspüren.

Heimat ist für mich eine Melodie.

Eine Sprachmelodie. Einen halben Tag lang bin ich gelaufen und habe gelauscht. In Essen, meiner Geburtsstadt. Heimat hören mit Steuselkuchen in der Hand.  Die Kettwiger Straße rauf, an dem Kino vorbei in dem ich meinen allerersten Film anschauen durfte. Dann die Limbecker runter. Die Ohren durchgehend auf Empfang! Manches Mal hat mich die Sprache so gerührt, dass mir fast die Tränen kamen.

Heimat. Die Lichtburg in Essen.

Streuselkuchen ist auch Heimat.

Streuselkuchen und Brötchen. Die Brötchen knacken anders als bayerische Semmeln. Besser! Du musst zuerst die flauschige Mitte herauspuhlen und essen.
Am besten warm und ohne alles. Den knusprigen Rest dann mit Butter und Marmelade. Honig geht auch.
Kennt ihr das? Es gibt Lebensmittel, die nur in der Heimat gut schmecken und uns auch Jahre später noch direkt in unsere Kindheit beamen?
Nehmt euch Kaffee und setzt euch! Ich hab euch noch was zum Lachen aus der Heimat mitgebracht.

Heimat. Die besten Broetchen.

Heimat, das sind Sätze, die aus „Hömma“ und ineinander übergehenden Worten gebildet werden.

Sätze wie Musik! „Hömma wie sieht dat denn aus?“ … „Dat kannze abba ruhig nehmen, dat is gezz wieda modern!“
Ich blieb stehen und tippte Satz für Satz in mein Handy, damit mir alles originalgetreu im Gedächtnis bleiben würde.
„Hömma ich geh noch schnell nachn Zara rein! Bleibse draussen?“  … Wunderbar!
Oder der: „Kannze alles selba schleppen! Bin ich dein Packesel oder wat?“ … Nicht lange drumherum reden, zack! direkt in die Mitte des Problems.

Heimat. Essen. Wunderbar

Das ist der Ruhrpott, meine Heimat.

Meine Nummer eins der Heimat – Sätze habe ich in einem Café belauscht. War mehr so eine Selbstbedienungsbäckerei mit ein paar Stühlen davor. Ich brauchte Streuselkuchennachschub und Kaffee. Beides ganz hervorragend und für einen Betrag, der in München nicht mal reichen würden, dass dir die Verkäuferin  „Grüß Gott“ sagt. Ich setzte mich draußen an einen Tisch und belauschte zwei ältere Herren, die schräg gegenüber saßen.
Sagt der Eine: „Lass mich ma gucken wenne dat nich kannz! Ich guck dat für dich!“ Der Andere reicht sein Handy herüber. Sein hilfsbereiter Begleiter tippt auf den Tasten herum und verkündet: „Siesse, hier isset. Aum Sparkonto hasse hundertdrei Euro!“

Heimat. Die Sprache im Ruhrgebiet ist die beste der Welt.

Ich könnte in der Sprache meiner Heimat baden.

Als Kind haben sie mich immer korrigiert. „Kannze nich richtig sprechen?“ sagte meine Mutter in schönstem ruhrpöttisch. Sie sprach meine Sätze nach und füllte dort, wo ich dat und wat gesagt hatte ein das und was ein. Meine Heimat – Sprache haben sie mir nicht austreiben können.

Keine Schnörkel, kaum Grammatik, die das Herz verstellt und immer geradeheraus.
Wie der Junge, der in einem Hauseingang auf der Limbecker Strasse kauerte. Ein schmutziges Kindergesicht, vielleicht 16 Jahre alt. Ein großer Rucksack und ein paar Tüten neben sich. „Hasse ma’n bissken Geld fürn Brötchen?“
Ich ging in die nächste Bäckerei, kaufte ein Brötchen mit Salat, Gurke, dick mit Käse belegt und brachte es ihm. „Ich hab eines mit Käse geholt. Wusste nicht ob du vielleicht kein Fleisch ißt …“ „Dat is gezz echt blöd“, sagte der Junge, „ich bin laktoseintolerant!“
Die Geschichte fand dennoch ein gutes Ende, denn er sagte, er würde das Brötchen bei einem Kollegen gegen etwas anderes tauschen … der Kollege sei Vegetarier.

Ist es nicht wunderbar, dass meine Sprache meine Heimat ist. Ich kann sie überall mithin nehmen.
Noch mehr Kaffee, die Damen? Und dann müsst ihr bitte erzählen. Wo und wie empfindet ihr eure Heimat?
Leider habe ich den Streuselkuchen komplett aufgegessen, aber ich finde sicher noch ein paar Kekse zum Kaffee :-))))))

24 Comments
  • Ilka
    30. Januar 2022

    Danke dir, schön dass Heimat bei dir auch noch da ist. Bei mir sind es Pellkartoffeln mit Quark, dit wat sich wie Balinern anhört, aber keent is weil Flämingplatt, lange Alleen und staubtrockene Erde. Ich kann hier nicht weg, jedenfalls nicht für lange.
    Liebe Grüße
    Ilka
    Und Streuselkuchen jibts heute Nachmittach.

    • Martina Goernemann
      30. Januar 2022

      Wie schön du das beschreibst, liebe Ilka. Schade, dass ich dich nur lesen und nicht hören kann. Bitte iss ein Stück Streuselkuchen für mich mit. Versprochen? Kaffee? Tee gibts auch! :-)))

  • Ursula aus dem Süden
    30. Januar 2022

    Heimat für manche sicher ein wichtiges Gefühl. Doch je mehr ich mich mit mir auseinandesetze, je mehr ich schreibe. Da wo ich geboren bin und nun schon seit fast 60 Jahren lebe. Heimat so richtig als Heimat mit Herzschmerz und Erinnerung nein.

    Auch wenn ich vom Urlaub heimkomme. Ich komme in die Wohnung bzw. unser Haus – wo ich schlafe, an den Ort wo ich arbeite die Kinder (noch) wohnen und mein Mann. Mehr ist da nicht. Sicher ich bin dankbar nicht in einem Wohngebiet zu wohnen ihr wisst schon. Es ist wirklich sehr schön hier. Nur eben ganz tief tief da ist etwas. Ein Gefühl.

    Nicht falsch verstehen ist nicht verbittert. Ich mach halt dann so Sachen wie letzte Woche Sonntag… ähhm aufgewacht puu Sonntag schon wieder doofes Wetter, da kam der Gedanke ähm Bahcard die hab ich doch gekündigt wie lange gilt die noch… ja die gilt noch drei Tage und schwups eine Zugfahrkarte nach München online geordertund um 13.00 Uhr war ichdann schon in München und dann Ubahn, Sbahn gefahren ausgestiegen, eingestiegen, Königsplatz, Odeonsplatz, Hofgarten und dann zur Münchner Freiheit ins Deli Cafe getrunken und Käsekuchen gegessen und wieder nach Hause – Heimat – ne einfach da wo wohne und sich der Alltag abspielt.

    Aber der Tag war herrlich trotz grau, aschegrau, hellgrau, anthrazit etc.

    Jetzt erstmal Früstück. Wer möchte frisch gebrühten Kaffee von Hand und frisch gemahlen?

    LG
    Ursula aus dem Süden

    • Martina Goernemann
      30. Januar 2022

      Du bist immer so wunderbar ehrlich, liebe Ursula. Ich mag Menschen, die offen sind. Sehr. Und weißt du was? Ich verstehe 100% was du meinst. Ich empfinde auch keine Heimat im klassischen Sinne. Kein Elternhaus, das mich willkommen heißt. Meine Wurzeln finde ich in dieser von mir so heißgeliebten Sprache. Und daneben gibt es Heimaten, die viel später dazugekommen sind: München, Maine, Long Island, Freunde! Das nächste Mal wenn du du dich spontan entschließt nach München zu kommen, sag mir bescheid. Wenn ich da bin und vom Schreibtisch weg kann, dann laufen wir eine Runde zusammen. Deinen Kaffee probiere ich gern! :-))))))

  • Christina
    30. Januar 2022

    Liebe Martina
    Du hast mich schon wieder zum Nachdenken gebracht.
    Heimat ist für mich inzwischen da wo meine Seele sich zuhause fühlt. Ich schaffte und schaffe mir dieses Daheim-Wohlfühlen immer wieder da wo ich gerade lebte und lebe. Das hat mein Leben so ausgelöst. So fühle ich mich innert kurzer Zeit an neuen Orten wohl und daheim. Das sei eine Art Lebenskunst, die mich durch einige schwere Zeiten gerettet hätte, sagte mir einmal ein weiser Mensch.
    Es hat auch überall liebe und freundliche Mitmenschen und durch die anderen lerne ich wieder einiges über mich und was ich noch zu überdenken und zu bearbeiten habe. Dann gibt es ja meine Lieben in der Familie und die Freunde, auch das ist für mich Heimat. Ich sehe grad wenn ich den Text lese, welch grosses Glück ich habe. Danke für den Denkanstoß und euch allen einen wunderschönen Sonntag Christina

    • Martina Goernemann
      30. Januar 2022

      Ja, Christina, es sind ganz besonders die Menschen, die uns eine Heimat bereiten können (oder eben auch nicht)! Bei mir ist es übrigens auch so, dass meine Freude am schönen, behaglichen Wohnen immer dafür sorgen konnte mir selbst ein Zuhause und damit eine Geborgenheit zu schaffen, die in meiner Herkunfstfamilie nicht herrscht. Jeder und jede von uns hat so einen Werkzeugkasten mit dem sich Krisen bewältigen lassen. Wir müssen nur hineingreifen. Kaffee für dich? :-)))))

  • Angelika Rother
    30. Januar 2022

    Ein grossartiger Beitrag über unsere gemeisame Heimtstadt Essen. Danke!

    • Martina Goernemann
      30. Januar 2022

      Kommt tief aus dem Herzen, das weißt du, Angelika. Einen virtuellen Kaffee für dich? :-))))))

  • Andrea August
    30. Januar 2022

    Guten Morgen liebe Martina und liebe Raumseelen,

    jetzt musste ich erst mal letzten Sonntag nachlesen, da ich Besuch hatte und bisher noch nicht dazu kam. Die Seifen aus Ismaning sind toll, kenn ich vom Hofladen in Grasbrunn. Heimat – gute Frage. Wo sind meine Wurzeln, wo fühle ich mich geborgen. Nicht immer ganz einfach zu beantworten. Als gebürtiges Münchner Kindl lieb ich meine Stadt schon und es gibt immer noch wunderschöne Fleckerl hier. Aber es gibt auch Orte an der Nordseeküste, in Niederösterreich oder Wien, da denke ich auch, hier geh ich nicht wieder weg. Sprache gehört auch dazu, da hast Du vollkommen recht. Da muss ich noch ein bisserl darüber nachdenken und schau mal, was denn die anderen Raumseelen so schreiben, bin gespannt.
    Nehm gerne noch einen Kaffee, hätte noch Käsekuchen anzubieten und ruhe noch etwas. Mittags gehts dann raus an die frische Luft, hoffe ich hebe nicht ab.
    Schönen sonnigen Sonntag wünsch ich

    • Martina Goernemann
      30. Januar 2022

      Ich mag das so sehr, wenn ich hier in den Kommentaren die wunderbaren Gedanken von euch Raumseelen lesen darf. Wir sind eine herrliche Gesprächsrunde! Heimat und Geborgenheit, das sind wirklich die zwei Socken, die ein Paar ausmachen, gell? Ein schöner Gedanke von dir. Ich bin auch zum Laufen verabredet. Mal sehen, ob wir wegfliegen. Hier stürmt es. Kaffee kommt! :-)))))

  • Rita
    30. Januar 2022

    Liebe Martina, liebe Raumseelen,

    ich bin unweit von Köln aufgewachsen und würde das auch als meine Heimat bezeichnen. Wenn ich im Fernsehen oder im Zug rheinische Töne höre, wird mir immer ganz warm ums Herz. Und Ruhrpottdialekt mag ich auch so gerne, ist ja nicht weit weg gewesen. Und die Menschen im Rheinland mag ich sehr.

    Jetzt lebe ich schon seit fast 40 Jahren in Baden und fühle mich sehr wohl hier. Das ist jetzt mein Zuhause. Aber ich habe immer noch einen rheinischen Singsang in meinem Hochdeutsch und es finden sich auch kaum badische Wörter in meinem aktiven Wortschatz. Ich würde beim Bäcker immer noch gerne „Teilchen“ (Gebäckstücke) bestellen, aber als ich mal auf den Wunsch zu hören bekam, „Teilchen, wie meinen Sie das?“ hab ich mir das abgewöhnt.

    Euch allen einen schönen Sonntag und den Raumseelen im Norden wünsche ich,dass es nicht zu sehr stürmt und der Verkehr nicht zu sehr eingeschränkt ist.

    Rita (die gerne einen Kaffee nehmen würde)

    • Martina Goernemann
      30. Januar 2022

      Ja genau! Die Teilchen kenne ich auch. Eigentlich ein blödes Wort, aber eben auch wieder so eines mit dem man Zeit spart :-)))) „Teilchen“ … da ist dann einfach alles mit gemeint, was süß ist und beim Bäcker in der Theke liegt. Kaffee kommt sofort und gerne! :-)))))

  • Gabriele
    30. Januar 2022

    Heimat….. Jössas…. tja, wo ist die?? Was ist das?? Bin schon ein paar mal umgezogen bisher. Längs und quer durch die Republik, manchmal nur ein, zwei Dörfer weiter und einmal so richtig weit in den Norden Europas.

    Wenn ich meine Familie besuche und in den Großraum Berlins komme, dann bilde ich mir ein, daß ich die berühmte Berliner Luft riechen kann, atme tief durch und habe ein gutes Gefühl. Wenn ich dann nach Hause komme und über den Damm fahre, der „meine“ Halbinsel mit dem Festland verbindet, sich der Blick in die Weite öffnet, dann will ich da nicht wieder weg. Ähnlich geht es mir bei vielen meiner anderen Zwischenstationen.

    Während ich das hier schreibe, denke ich, daß Heimat für mich nicht unbedingt an einen Ort gebunden ist. Heimat, daß sind eher die Holundersuppe mit Klüten meiner Omi; Mönsch, weeßte noch-Gespräche mit meiner Schwester; meine guten Freunde in Bayern; mit netten Menschen Berlinern; Erinnerungen an Familienfeste und ja, auch an Streit und Zwist. Und last but not least, bayerischen Dialekt hören, grins.

    Nu is’gut, das ist ein abendfüllendes Thema, mega spannend und Denkanstoß. Danke dafür, liebe Martina.

    Stürmische Grüße aus NF, Gabriele

    • Martina Goernemann
      30. Januar 2022

      Gut zu lesen, dass du letzte Nacht nicht weggeflogen bist! Fetter Sturm im Norden, gell? Du hast so recht, „Heimat“ ist ein abendfüllendes Thema! Den ganzen Tag gehen mir Dinge durch den Kopf, die mir Heimat bedeuten! Und bei jedem eurer Kommentare denke ich: GENAU! Zeit für einen Kaffee? :-))))

  • Linde aus dem Taunus
    30. Januar 2022

    Liebe Martina und liebe Raumseelen, ich bin spät dran denn der Handy Empfang hier in der Schlangenbucht an der Costa Calida ist wechselhaft 😉 Tja, was ist Heimat für mich? Ich habe lange überlegt und mit meinem Schatz darüber gesprochen. Es ist so wie es Christina schön geschrieben hat. Heimat ist dort wo die Seele sich wohlfühlt. Momentan eben hier. Vor uns Palmen und Strand mit einer warm lachenden Sonne. Gerade haben wir eine 25km Radtour gemacht. Entlang einer herrlichen Küste und über Stock und Stein. Traumhaft! Auch unser Wohnmobil ist Heimat. Und mein Mann! Wenn wir wieder Zuhause sind ist das meine Heimat. Tochter, Enkeltochter! Also überall dort wo es mir gut geht und ich mich glücklich und wohl fühle!
    Streuselkuchen liebe Martina kann auch Heimat sein. War bei mir immer der Nusskranz den meine Mama gebacken hat und Schuhsohlen….kennt sie jemand? Lecker! Aber meine Mama und mein Elternhaus gibt es nicht mehr….Aber wenn ich diese Sachen backe…..da sind Erinnerungen 🙂
    Ich wünsche euch allen, dass ihr Heimat habt und findet. Ganz gleich wie und wo.
    Liebe Grüße und einen wunderschönen Rest-Sonntag aus meiner momentanen Heimat Spanien.

    • Martina Goernemann
      30. Januar 2022

      Großartig, dass auch ein Wohnmobil Heimat sein kann. So habe ich das noch nie gesehen. Ein ganz kleines bisschen neidisch bin ich schon, wenn du von den Palmen und vom Strand schreibst. Aber nur ein kleines bisschen :-))))) Geniiieße es mit allen Sinnen. Ich hätte noch etwas Kaffee. Willst du ein Tässchen? :-)))))

  • Susanne
    30. Januar 2022

    Wat is dat schön watte da sachs:-) Als gebürtiges Pottgewächs (Bottrop, aufgewachsen in Oberhausen) ist die Sprache für mich ebenfalls ein wohlig-warmes Gefühl von Heimat. Auch wenn ich jetzt sehr gern im angrenzenden Münsterland lebe, schlägt mein Herz doch noch für Ruhr und Emscher. Zum Glück habe ich es nicht so weit bis dorthin. Schönen Sonntag allen Raumseelen, von wo auch immer.

    • Martina Goernemann
      30. Januar 2022

      Einmal Pott, immer Pott, stimmts? Unsere Sprachmelodie verlernen wir Kinder aus dem Ruhrgebiet nie. Schön, dass du dich aus der stillen Ecke herausgewagt hast. Hast du noch Zeit für einen Kaffee? :-))))

  • Martina aus dem Moos
    30. Januar 2022

    Hallo liebe Martina,
    Ich glaube Heimat kann man echt riechen.
    Meine Heimat, so wie ich es fühle, ist in der Nähe von Bergen, grünen Wiesen. Da wo ich bin, wohne ich. Mein wirkliches Zuhause, also da wo ich aufwuchs, bin ich daheim. Hier würde ich mich gerne auch so einrichten, so dass ich mich „daheim“ fühlen kann. Es ist leider nicht möglich, vielleicht später einmal. Darüber habe ich mir in letzter Zeit oft Gedanken gemacht. Trotzdem ist Bayern mein Zuhause, so wie du schreibst, gefällt mir die Aussprache Essen“s total gut.
    Hab es fein und fühl dich umarmt
    LG Martina
    PS. Liebe Grüße an dich liebe Gertrud mit Fam.

    • Martina Goernemann
      30. Januar 2022

      Das bayerische Wort „Daheim“ ist wunderschön und ich weiß genau was du meinst, Martina. Du bist schon so weit gekommen mit deiner inneren Heimat. Weiter so! Pass auf dich auf! Zeit für einen Kaffee? :-))))

  • Eliane Zimmermann
    30. Januar 2022

    Wow, was für ein feine Philosophie-Runde! Vor ganz Kurzem ist mir in einer Mischung aus Schmerz und Freude aufgegangen, warum ich so gerne Interior Design-Bücher und -Blogs anschaue und ganz wild darauf bin, eine demnächst zu besitzende wunderschön gemachte Scheune zu einem Ort der Stille (mit Meeresblick) „auszubauen“. Weil ich nie eine wirklich Heimat besaß. Kaum war ich irgendwo angekommen, musste ich, das Diplomatenkind, wieder fort.
    Klar, Süd-Brasilien, wo ich entscheidende Jahre meiner Kindheit verbrachte, bei jedem Zurückkommen packte mich bislang die vertraute bitter-süße Sehnsucht nach recht sorgenfreien Zeiten. Die Sprache, sie ist so vertraut und so wohltuend. Noch heute geht es in Gedanken per SMS und Instagram fast täglich zu den lieben Menschen dort.
    Auch der Ort meiner Oma und meiner Lieblingstante, mitten in der Pfalz, zu dem ich immer wieder zurück kam, war so etwas wie Heimat. Köln-Bonn, wo ich aufs Gymnasium ging, hat im späteren Leben etwas von (weißte noch, damals?) Bedeutung bekommen, vor allem durch den Dialekt, genauuuuu! Kürzlich fragte mich eine Kölnerin in Irland, ob ich noch’n Teilchen zum Kaffee wollte. Ich stutzte erst und lachte dann schallend (sie war ganz irritiert!), dieses Wort hatte ich schon soooooo lange nicht gehört.
    Dann bekam der Ort meiner Freiheit, nach schwierigsten Jahren im Elternhaus, mein Studienort Mainz, einen Hauch von Heimatgefühl, die Mainzer waren immer so auffallend nett zu mir. Erster Job in Frankfurt, Wohnen in Wiesbaden und Offenbach, später München – alle auf ihre Art super doch nie so wirklich heimatlich.
    Dann der Südwesten Irlands, der Ort wo ich inzwischen am längsten in meinem Leben gelebt habe und haben werde, 22 Jahre bislang, das ist durchaus Heimat, weil meine Kinder nicht ganz weit entfernt leben, weil ich etliche Bäumchen gepflanzt hatte, die inzwischen recht stattlich sind.
    Doch tief drinnen ist mir bewusst, dass dies alles keine Heimat im Sinn von Verwurzelung ist. Das kompensiere ich dann also, indem ich Orte und Räume schaffe und dekoriere. Oder indem ich Plätzchen in der Natur genieße. Heimat Erde.

    • Martina Goernemann
      31. Januar 2022

      Wunderbar beschrieben, du liebe Raumseele. Ich denke, die meisten von uns würden ihre Heimat gern in einem wohlig-warmen Elternhaus verorten. Beschützt und umsorgt. Tür auf. Zack! Heimat! Aber leider ist das bei den wenigsten so, gell? Deshalb müssen andere Heimaten her. Wohl dem, der sie findet! Auch wenn schon Montag ist, Kaffee ist warm. Setzt dich doch für ein paar Minuten! :-))))))

  • Petra W.
    10. Februar 2022

    Heimat… ich bin gerade zu Besuch in meiner.
    Und das ist auch Essen!

    Und da wo ich lebe, ist meine Wahlheimat.
    Da fühle ich mich sehr wohl und „daheim“.
    Und das ist auch München!

    Wat für ein netter Zufall, gell!? *lächel

    • Martina Goernemann
      11. Februar 2022

      Wir sind ja fast ein doppeltes Lottchen. Wie schön! Ich werden den Kohlenpott nie aus den Kleidern und aus meiner Seele kriegen. Will ich ja auch gar nicht. Und München? Münnbhen liebe ich auch. Sehr. Hab eine schöne Restwoche. Kommst du Sonntag auf einen Kaffee? :-)))))

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