Ich hab‘ euch noch eine Tolle – Frauen – Geschichte versprochen. Es ist die Geschichte einer Buchidee, die uns zu mehr Selbsterkenntnis verhelfen will.
Kennt jemand noch das Wort Muße? Nicht die Muse, die küssen kann, sondern die Muße, die die Seele wärmt. Muße … Vier Buchstaben für Entschleunigung oder fünf, wenn man man Musze mit „sz“ schreibt. Muße steht für Ruhe und stilles Verharren. Ich hatte das Wort komplett vergessen bis ich meine Freundin Uta wiedertraf.

Frauen sind heute viel weniger ängstlich als früher.
Frauen stehen nach Schicksalsschlägen wieder auf. Sie atmen den Schmerz weg und starten neu durch. So wie Uta.
Wir lernten uns kennen als ich für Frank Elstner arbeitete. Irgendwann zog sie aus München weg und jettete durch die Welt mit Klaus Maria Brandauer, dem Mann der viele Jahre ihr Seelenverwandter war.
Unsere Wege kreuzten sich nur noch selten. Bis wir eines Tages mal wieder ausgiebig telefonierten und spontan ein Treffen im Café Tambosi am Odeonsplatz verabredeten.

frauen sind mutig

Uta schwärmte mir vor von der Muße.
Ein altdeutsches Wort, das einst nichts anderes bedeutete als Bewusstheit. Selbstbewusstheit!
Das ist genau ihr Thema, sie will Menschen dazu bewegen inne zu halten und sich mit sich selbst und ihrem gegenüber zu beschäftigen.

Uta hat gelernt nur noch in eine Richtung zu schauen … nach vorn! 
Nach Rückschlägen ist sie aufgestanden und hat sich einfach neu erfunden.
Sie war Managerin, Muse, PR-Frau, Eventplanerin. Sie ist Texterin, Fotografin und hat sich in ayurvedischen Massagen ausbilden lassen. Sie arbeitet als Yoga- und Meditationslehrerin und hat ein historisches Büchlein über Österreichs berühmteste Liebesgeschichte zwischen Erzherzog Johann und „Anna – Gräfin von Meran“ heraus gebracht. Dafür gab es sogar den European Design Award.

Wir Frauen sind uns unserer Stärke oft nicht bewusst. Sollten wir aber sein!
Deshalb erzähle ich euch von Uta und von ihrer Buchidee, die uns einen geschärften Blick nach Innen erleichtern soll. Ich hab‘ Uta ein bisschen ausgefragt. Lest selbst …

Wie würdest du dein Werk nennen? Seelenbuch? Mitmachbuch? Reinschreibebuch?
Uta:
Ich würde die 100 NOTES vielleicht Klarheitsbüchlein nennen – sie animieren zur realistisch humorvollen Selbstbetrachtung und zum ebenso liebevollen Blick auf den andern.
Es geht im Prinzip um die eigene Betriebsanleitung – wie funktioniere ich eigentlich? Was macht mich glücklich? Was brauche ich? Wo bin ich empfindlich? Und welches sind so meine typischen Marotten und Eigenheiten? In dem Moment, wo ich mich selbst so „erkenne“, gelingt mir auch die milde Betrachtung und das Verständnis für den andern. Sei es der Geliebte, der Mann, die Eltern, das Kind, ein bester Freund … wer immer.

Frauen schreiben buecher

Du nennst das Ganze ein Vierer-Buchkonzept. Was bedeutet das genau?
Für dieses gegenseitige Skizzieren bzw. Notieren von Dingen, die man liebt und/oder die einem schwer fallen … gibt es ein ME und ein YOU Buch – mit der entsprechenden Einleitung – übrigens in Deutsch und Englisch.

Frauen schauen nach vorne

Wie bist du auf die Idee gekommen diese Buch-Beauties herzustellen?  Wolltest du dir Klarheit über dich selbst verschaffen?
Uta:
Als ich mich mit Ende zwanzig aus meiner ersten, langjährigen Beziehung lösen wollte und es aber nicht schaffte, weil ich diesen Mann liebte, aber auch nicht mehr mit ihm konnte, begann ich, meine ersten „100 Sätze über …“ zu schreiben. Habe einfach mal intuitiv alles notiert, was mir so einfiel und dann selbst gestaunt, wie mit den ersten Notizen eine Eigendynamik entstand. In der Schriftform ist der Respekt irgendwie automatisch da und man überlegt sich jeden Satz zweimal – liebevoll eben. Und man muss sehr viel schmunzeln.

Am Anfang steht eine Art Betriebsanleitung in jedem Büchlein. Was genau sagt die?
Uta:
Die beiden unterschiedlichen Intros fürs ME und fürs YOU versuchen jeweils, die Hemmung vor dem allerersten Satz zu nehmen. Sie animieren dazu, einfach mal mit dem Notieren zu beginnen – um eben diese faszinierende Eigendynamik selbst zu erfahren. Schließlich sind wir alle die gleichen kleinen Biester.

Frauen sind mutig

Du sagst, dass das „geführte“ Schreiben in deinen Büchlein dazu führt, zu sehen „Wo-stehe-ich-wo stehst-du?“ … Würdest du sagen, dass man damit sogar Beziehungen retten oder zumindest kitten kann?
Ich denke, dass diese Art von wahrhaftiger Auseinandersetzung mit sich selbst und dem anderen, für jede Beziehung – erst recht, wenn sie kriselt – der allererste Schritt für ein neues Miteinander ist. Dieses nüchterne Erkennen, was sind unsere eigenen und unsere gemeinsamen Knackpunkte – das ist das Ziel der 100 NOTES. Übrigens auch bei der (Selbst-)Heilung aller psychosomatisch angehauchten Beschwerden und Krankheiten.

Und natürlich geht für diese Reise zu unserem Inneren auch ein Schulheft, ein Notizblock, eine Kladde … 
Aber es streichelt die Seele erheblich mehr, wenn die Sätze über uns selbst schön „umrahmt“ sind.
Und als Geschenk für den Gatten, Geliebten, die Mutter, die beste Freundin, sollte es auch ein bisschen was hermachen, oder?
Utas Buchschönheiten gibt es übrigens nicht im Laden zu kaufen, sondern nur über den Webshop ihres kleinen Musze – Verlags. 

Werbung? Ja sicher ist das Werbung!
Werbung für starke Frauen, für den Blick nach vorn ohne Zorn, Muße in jeder Schreibweise und den gleichnamigen, kleinen Verlag meiner Freundin Uta.