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Schlau

Bitte keine Fotos!

Die Anzahl der Selfies, die ich je von mir gemacht habe, liegt im unteren zweistelligen Bereich. Alle! Die Fotos, auf denen ich mich einigermaßen mag, kann ich an einer Hand abzählen. Geht das eigentlich nur mir so?

Auf Fotos sehe ich immer doof aus.

Es kann mir den ganzen Tag versauen, wenn ich mich auf Fotos sehe. Ich weiß, dass es vielen so geht. Vielen Frauen sollte ich hinzufügen. Die Männer, die ich befragt habe, reagieren gelassener. Ist ihnen meist egal, wie ihr digitales Abbild aussieht.

Fotos von mir selbst sind doof

Für ein neues Projekt musste ich Bilder von mir heraussuchen

Tagelang habe ich es vor mir hergeschoben. Eine quälende Angelegenheit, mich auf Fotos anzuschauen. Wer kennt das auch, dieses Gefühl?
Schnappschüsse auf denen ich nicht allein, sondern in Begleitung zu sehen bin, gefallen mir besser. Ich scheine mich an dem anderen festzuhalten und dann wirke ich irgendwie entspannter. Wie hier neulich bei einem Mittagessen mit meinem Lieblingsfrisör und Haarflüsterer Philip B.

Fotos mit Philip B.

Ich mag mich nicht auf Fotos.

Sonst schon, aber nicht auf Fotos. Ich bin sicher, es sind Sätze aus der Vergangenheit, die immer noch ihren unheiligen Dienst tun. Während meiner Kindheit und, was noch schwerer wiegt, ganz besonders im Teenageralter befand meine Mutter mich als zu dick und wurde nicht müde, es mir gebetsmühlenartig zu sagen. Wenn ich heute Fotos aus der Zeit sehe, dann sehe ich, dass das gar nicht stimmt. Aber die „dicke Martina“ krallt sich hartnäckig in meiner Seele fest. Das kann mir den ganzen Tag verdunkeln und es fühlt sich an, als würde die „kleine dicke Martina“ kichern, wenn ich Fotos von mir anschauen muss.
Fotos auf denen ich mich hinter meiner Sonnenbrille verstecken kann, ertrage ich besser. So wie hier neulich in der der Fattoria la Vialla.

Fotos mit dem eigenen Gesicht mag nicht jeder

Ich habe eine waschechte Foto-Phobie!

Schritt für Schritt habe ich über die Jahre gelernt mich anzunehmen. Inzwischen mag ich mich ganz gern. Aber mich auf Fotos anzuschauen, kostet immer noch Überwindung.
Mich interessiert sehr, wie ihr mit Fotos von euch klarkommt? Gibt es bei euch auch Glaubenssätze aus der Kindheit, die wie Störfeuer in eurem Leben ihr Unwesen treiben? Ist es euch gelungen, sie abzuschütteln oder lauern sie bisweilen auch bei euch noch?

Im Spiegel säße der Teufel wurde mich gesagt, wenn ich mich als kleines Mädchen mit kindlicher Eitelkeit vor dem Spiegel drehte.
Dieser Spruch hat in meiner Kinderseele ganze Arbeit geleistet und wirkt offenbar bis heute nach. Schön finden durfte ich mich nie!
Ein spannendes Thema. Setzt euch zu mir und lasst uns darüber reden. Wer mag Kaffee? :-))))))

45 Comments
  • Bea
    16. Oktober 2022

    Guten Morgen Martina und alle Raumseelen,
    Ja mir geht es genau wie Dir. Mein negatives Mantra war, mach beim Lachen den Mund nicht so weit auf. Hat dazu geführt, dass ich mich ewig nicht getraut habe offen zu Lachen, beim Fotografiert werden schon gar nicht. Und zu Dick war ich auch immer, das hat dann zu massiven Essstörungen geführt. Und Selfies mach ich gar nicht, ich mag Fotos von mir heute noch nicht. Es ist schwer, diese, wie Du sagst, Glaubenssätze und für mich auch Verletzungen abzuschütteln, irgendwie schleppt man dieses Paket immer mit sich rum, oder ? Es ist schon erschreckend, wie nachhaltig Kinderseelen verletzt werden können. Ich habe mir, als es mir einmal richtig schlecht ging,als Jugendliche versprochen das mich nichts und niemand mehr so fertig machen kann, das hat mir sehr geholfen. Ja es ist schwer, sich selber anzunehmen, vor allem wenn man nur negatives und selten positives gesagt bekommen hat.
    Und mittlerweile bin ich fast sechzig Jahre alt, und manchmal gelingt es meiner Mutter, mit einem Satz mich wieder zurückzukatapultieren.
    Aber nichts da, wir sind toll, haben Verstand und sehen super aus.

    Jetzt gerne einen Kaffee und uns allen einen wunderschönen Sonntag. 🙂

    • Martina Goernemann
      16. Oktober 2022

      Unglaublich, welche Macht Mütter über ihre Kinder sogar nach Jahrzehnten noch haben, gell? Meiner Mutter geht kein nettes Wort für mich über die Lippen. Bis heute. Aber die Beurteilung anderer Leute interessiert mich schon lange nicht mehr. Nur die alten Kinderwunden brauchen noch ein bisschen Pflege. Kaffee kommt sofort! :-))))))

    • Ursula aus dem Süden
      16. Oktober 2022

      @Bea – das hat meine Mutter gestern geschafft und ich auch knapp 60… 1 Satz.

  • Katrin
    16. Oktober 2022

    Einen SCHÖNEN guten Morgen! 🙂
    Jeder DARF sich schön finden 🙂

    Ich jedoch mag sehr viele Fotos von mir auch nicht
    Das hängt in meinem Fall aber keinesfalls mit der Kindheit zusammen oder mit irgendwelchen Glaubenssätzen:-)
    Dieses Wort „Glaubenssätze“ kannte ich eeeewig lange gar nicht und hab überhaupt erst vor ein paar Jahren erfahren, was es damit eigentlich auf sich hat. Sowas gab es bei uns einfach nicht. Ich hatte eine traumhafte Kindheit. Und auch heute noch sind meine Eltern wahre Goldschätze!

    Dieser Spruch mit dem Spiegel und dem Teufel! Der schockiert mich ganz ehrlich gesagt!!! Noch NIE gehört! – aber absolut irre, oder?

    Magst du deine Kinder und Jugendfotos? Oder nicht mal die?
    Also die liebe ich meinerseits !

    Und manche von später sind natürlich auch ok…, aber grundsätzlich bin ich eben nicht so, dass ich es so bereichernd finde Selfies zu machen oder andauernd fotografiert zu werden.
    Ist einfach so denk ich

    Einen wundervollen Sonntag für euch alle!
    Katrin

    • Martina Goernemann
      16. Oktober 2022

      Das unterschreibe ich sofort, liebe Soulsister. Ich finde die Selbstdarstellerei treibt üble Blüten in unserer Instagram- und YouTube-Zeit. Das ist nochmal ein anderes Thema. Ein wichtiges Thema. Ich fotografiere lieber Sachen und freu mich wenn ich die Stimmung schön einfangen konnte. Und weißt du worüber ich mich auch noch freue? Dass du eine so schöne Kindheit hattest. Glückskind! Meine Kinderfotos mag ich tatsächlich von allen Fotos von mir noch am liebsten. Kaffee? Wie hätten sie ihn Kaffee gern?

      • Katrin
        16. Oktober 2022

        Das kann ich nur so unterstreichen Martina, dass ich es einfach liebe „Sachen schön einzufangen“ oder Momente eben, die Natur …… Diese übertriebene Selbstdarstellerei spricht mich einfach sowas von gaaaar nicht an!
        Caffelatte mag ich ja immer sehr 🙂
        Hab mir auch gerade frischen Kräutertee aufgegossen (da ich erst wieder für Milchnachschub sorgen muss, bzw hoffe, dass mein Mann eine mitbringt 😉 )
        Wer eine Tasse mag! Geeern!
        Und ja! Ich hatte wirklich eine rundum tolle Kindheit und grandiose Eltern hab ich sowieso! 🙂 Goldschätze!

        • Martina Goernemann
          16. Oktober 2022

          Dein Kaffeewunsch kann jederzeit erfüllt werden, aber ich würde mich kurzfristig auch der Kräuterteeidee anschließen 🙂

  • Ursula
    16. Oktober 2022

    Wie ungerecht, Martina! Denn du bist es! In Wirklichkeit und auf den Fotos, die ich von dir kenne!

    Aber ich teile die Phobie voll. Woher sie rührt, weiß ich nicht genau. Meine Mutter hat mir nie gesagt, ich wäre „zu irgendwas“, allerdings auch nie, ich wäre hübsch. Sie war der Meinung, Lob würde eingebildet machen. Umgekehrt hat sie aber immer andere Menschen in den Himmel gelobt mit ihrem Aussehen etc. Was natürlich den Schluss nahegelegt hat, dass ich eben nicht so schön, so toll, so klug etc bin.Bei meinen Kindern habe ich das anders gemacht, ihnen unablässig gesagt, wie wundervoll sie sind. Eingebildet wurde keines davon, keines aber leidet unter ständigen Selbstzweifeln beim Blick in den Spiegel oder auf Fotos.
    Das Absurde ist- wenn ich heute Fotos aus der Vergangenheit anschaue, dann sehe ich keine Mängel mehr an mir, dann sehe ich ganz klar und auch mit Verwunderung die hübsche und schlanke Frau als die ich mich damals nicht gefühlt habe und nicht sehen konnte!
    Bleibt nur zu hoffen, dass ich lange genug lebe um meine jetzigen Fotos einmal schätzen zu können! Meine jüngste Tochter fotografiert mich oft und gerne und begeistert sich nachher, wenn sie das Resultat sieht, ich hingegen sehe nur Mängel!
    Verrückt.

    Einen schönen Sonntag wünscht
    Ursula aus I

    • Martina Goernemann
      16. Oktober 2022

      Kenn ich! Kenn ich! Kenn ich! Guten Morgen, Urusla. Meine Mutter hatte die gleichen Mechanismen. Bei uns in der Pfarrgemeinede gab es eine Frau, von der schwärmte meine Mutter jeden Sonntag beim Mittagessen. Was die für ein bildschönes Gesicht hätte usw. Und weißt du was? Die war wirklich dick. Die Kinder sämtlicher Tanten wurden mir als superkluge Vorbilder hingestellt und dass der Satan mich vor Eitelkeit bewahren sollte habe ich ja schon geschrieben. Halleluja! Was waren das für Erziehungsmethoden seinerzeit :-)))) Kaffee für dich? Gerade frisch aufgebrüht :-)))))

    • Ursula aus dem Süden
      16. Oktober 2022

      @Ursula @ Martina in der Beschreibung find ich mich wieder – und das leider heute noch mit fast 60 – wie gestern….
      LG
      Ursula

      • Martina Goernemann
        16. Oktober 2022

        Schlimm, gell? Mich interessiert schon lange nicht mehr was meine Mutter sagt und damit anrichtet, aber die Foto-Phobie wird mir wohl bleiben. Bleib noch ein bisschen, ich bin sicher es geht vielen Raumseelen so.

  • Claudia aus Köln
    16. Oktober 2022

    Guten Morgen liebe Martina und liebe Raumseelen. Was für ein Thema! Ich kann mich gut hineinfühlen, auch wenn ich heute kein Problem mehr mit Fotos von mir habe. Als Kind bekam ich oft zu hören, ich sei hässlich. Nicht von meinen Eltern, aber von meiner Schwester und einer Cousine. Gott, sei ich hässlich. Meine Oma väterlicherseits verglich mich mit Helga Feddersen, weil meine Zähne so schief waren und vorne, seit einem Rollschuhunfall, eine kleine Ecke fehlt. Außerdem sei ich viel zu dünn und meine Haare auch und überhaupt. Das hat sich so in mir festgesetzt, dass ich fest davon überzeugt war, als ich im Teenageralter war, dass Blicke von Jungs ein Versehen sein mussten und ich würde ja eh keinen „abkriegen“. Als ich meinen ersten Liebesbrief bekam, hielt ich auch das für einen Irrtum. Auf Fotos sah ich das nur bestätigt. Denn dort schaute ich nur flüchtig hin. Es hat lange gedauert bis ich mich angenommen habe. Trotzdem wunderte ich mich nach wie vor über etwaige Verehrer.
    Erst mein Mann rückte mir den Kopf zurecht und sagte mir Dinge, wo ich ihn nur ungläubig anschaute und dann sah ich mich auch anders. Seitdem geht es. Diese Glaubenssätze, die sich in unserem Kopf eingenistet haben, gilt es zu hinterfragen! Deine Mutter hat ihre Minderwertigkeitsgefühle auf Dich übertragen, um sich selbst besser zu fühlen. Ganz schrecklich für ein Kind. Und ein großer Kraftakt sich praktisch an den eigenen Haaren (auf die Du stolz sein kannst, denn Du hast tolle Haare!) aus dem Sumpf zu ziehen. Wenn ich heute manchmal Fotos von mir sehe, also aktuelle Fotos, dann ertappe ich mich dabei, dass ich 1000 Dinge an mir auszusetzen hätte. Aber ich übe mich immer wieder darin, mich so anzunehmen. Denn ohne meinen Körper, den ich da auf dem Foto sehe, wäre ich nicht hier und könnte nicht all diese Erfahrungen machen. Deshalb hat er all unsere Fürsorge, Dankbarkeit und Respekt verdient. Und ja, Fotos können lästig sein. Und Deine Berufsbranche lebt ja auch von der Selbstdarstellung wie kaum ein anderer. Wir sind alle schön! Ich finde es aber ok, wenn man nicht gerne fotografiert wird oder sich nicht gern selbst fotografiert. Mag meine Katze auch nicht. Und die ist sehr schön! Wichtig ist, welches Bild man von sich in sich trägt und dass man gut zu sich ist. So!
    Und nun muss ich Kuchen backen. Die Kleine wird heute 29. Wie die Zeit vergeht. Ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche! Herzliche Grüße aus Köln. Claudia

    • Martina Goernemann
      16. Oktober 2022

      Wahnsinn, was wir alle mit uns herumschleppen! Diese Gruselies aus der Vergangenheit haben es sich lange gemütlich gemacht in unserer Seele, gell? Ich hab -wie du- die meisten vertrieben, aber die Sache mit den Fotos klebt an mir fest. Schnell einen Kaffee bevor du losbackst? P.S.: Wie schön, dass dich der kussfeste Polizist davon überzeugen konnte, dass bei dir alles hübsch am rechten Fleck ist :-))))))

  • Ursula aus dem Süden
    16. Oktober 2022

    Guten Morgen,

    ach ja das Thema Foto. Da ich immer schon Fotografiere bin ich gibt es von mir sehr wenige Fotos und ja so auf Fotos fand ich mich schon immer sch…

    Aber seit ich vor knapp einem Jahr auf Norderney war hab ich die Selfis entdeckt. Und die sind auch schön geworden, da ich mit mir selbst zufrieden war. Hab mir auch so einen Selfistick gekauft… *hüstel und ab und knipps ich mich selbst.

    Wobei in der Kindheit ich so einige negative Fotoerlebnisse hatte. Das mit Teufel allerdings nicht aber wehe ich schaute nicht brav und alles war sauber und ordentlich zurechtgerückt.

    Ehrlich auf den beiden Fotos siehst du aber sehr gut aus.

    Kaffee ? und ich habe frisch duftende Brötchen aus dem Ofen geholt.

    LG
    Ursula

    • Martina Goernemann
      16. Oktober 2022

      Frische Brötchen? Da bin ich dabei! Sauber, ordentlich und brav. Das war das offenbar das Höchste in der Erziehung der Sechziger und Siebziger Jahre, gell. Wie gut, dass das heute anders ist … wobei ich glaube, dass die heutigen Eltern oftmals andere Fehler machen. Jede Generation trägt ein anderes Päckchen, gell? Kaffee kommt :-))))))

  • Ursula
    16. Oktober 2022

    Gerne! Danke! Auf einen schönen Tag!

    Ursula aus I

  • Christina
    16. Oktober 2022

    Guten Morgen iebe Msrtina, liebe Raumseelen
    Wie gut ich das kenne. Ich war und bin „lang“ und gut gebaut mit breiten Schultern und den dazu passenden Hüften und hatte zwei zierliche Schwestern, die dem Schönheitsideal entsprachen.
    Meine Mutter (eine schöne zierliche Frau) meinte es gut mit mir und wollte mich unterstützen, darum hatte ich auch nie die gleichen Kleider wie meine Schwestern. Die hätte ich aber soooo gerne gehabt! Dass mir dafür von klein auf das Kompliment, ich hätte ein gutes Herz und wäre gescheit, von mehreren Seiten gar nicht half, verstanden die meisten gar nicht.
    Es ist trotzdem oder gerade deswegen ein erfülltes, spannendes, abenteuerlichen und reiches Leben daraus geworden. Die Komplimente sind die gleichen geblieben, doch heute kann ich sehr gut damit leben und mag mich genau so wie ich bin. Das hat gedauert, doch dabei ist so viel „Leben“ passiert und es war im Nachhinein gut so wie es war und ist. Einen wunderschönen, sonnigen und „ich mag mich“ Sonttag wünsche ich uns allen Christina

    • Martina Goernemann
      16. Oktober 2022

      Es ist so schön zu lesen, wie glücklich du dich in deinem leben eingerichtet hast. Ich freue mich jeden Sonntag über deine positiven Zeilen. Mein Leben wäre sicher auch anders verlaufen, wenn es an so manchen Stellen nicht so hart gewesen wäre. Seit vielen Jahren bin ich glücklich mit dem Status Quo und freue mich darüber wie fest und dankbar ich im Leben stehe. Nur manchmal poppen die alten Kinderwunden auf. Das passierte letzte Woche, als ich gezwungen war, Fotos von mir heraus zu suchen. Wie schön, dass wir gescheite Frauen mit einem warmen Herzen sind, gell Christina? Kaffee? :-)))))

  • Edith
    16. Oktober 2022

    Bei mir ist das in der Teenagerzeit gekippt. Viele Unsicherheiten haben dazu geführt, dass ich eigentlich nur auf ein paar Gruppenfotos zu finden bin. Ein bisschen besser wurde es mit den Kindern. Es gibt aber nur sehr wenige Fotos, auf denen ich mir gefalle.
    Sogesehen finde ich das mit den Selfies nicht schlimm, wenigstens kann man dann schauen, wie man mal ausgesehen hat.
    Einen schönen Sonntag

    • Martina Goernemann
      16. Oktober 2022

      Welcome to the club! Unglaublich, wie weit verbreitet dieses Fotothema ist, gell? Ich finde Selfies übrigens auch nicht schlimm, aber die Ergebnisse bei mir gruselig :-)))))! Kaffee für dich? :-)))

  • Gabriele
    16. Oktober 2022

    Moin zusammen,
    insgesamt habe ich vielleicht so 10 Selfies gemacht und die Hälfte gleich wieder gelöscht. Selfies kann ich irgendwie wirklich nicht. Auch wenn ich mein Kinderfoto-Trauma inzwischen gut verarbeitet habe.
    In der 1. Klasse kam ein Fotograf in die Schule, der alle neuen Klassen fotografieren sollte. Auf einem der Fotos lache ich laut schallend und mit weit offenem Mund über die Späße des Mannes. Meine Mutter sah es mit Entsetzen und ab da bekam ich jedesmal, wenn fotografiert wurde, den Spruch „aber reiß den Mund nicht so auf“, Kaum zu glauben, aber noch heute, gute 60Jahre später, höre ich diese Worte noch, wenn irgendwo eine Kamera gezückt wird….. und fange an zu Grinsen 😉
    Sonnig-stürmische Grüße aus NF, Gabriele

    • Martina Goernemann
      16. Oktober 2022

      Unglaublich, gell? Das ist ein so spannendes Thema. Was so alles in unserem Unterbewusstsein herumlungert ist schon beachtlich. Zeit für einen Kaffee bevor du auf den Deich geht? :-))))))

      • Gabriele
        16. Oktober 2022

        Hab grad mal eine Liste aufgemacht, in der ich solche Sprüche aus meiner Kindheit und Jugend eintragen will, wenn sie mir einfallen. Schaun mer mal :-)))
        Und jetzt gehe ich mich durchpusten lassen.

        • Martina Goernemann
          16. Oktober 2022

          Eine coole Idee. Gefällt mir sehr. Ich glaub‘, ich mach das auch. Wir halten uns diesbezüglich auf dem laufenden, ja?

  • Nicole
    16. Oktober 2022

    Hallo zusammen in die Runde,

    das alles kommt mir so bekannt vor. Mir hat mein Vater immer wieder gesagt, dass ich einen dicken Po habe. Das hat sich so in meinem
    Kopf festgesetzt, dass ich schon mein ganzes Leben damit hadere. Mittlerweile kann ich eigentlich ganz gut damit leben.
    Immer wieder hat er mich mit den Worten „ Na, Dein Hintern wird auch nicht weniger.“ Ich habe dann oft gekontert und ihm an den Kopf geworfen, dass ich für meinen Po nix kann, sein Bierbauch aber selbst gezüchtet ist.

    Als ich dann meine Töchter bekam habe ich ganz arg darauf geachtet, dass sie keine Sprüche wegen ihrer Figur zu hören bekommen. Nächstes Jahr werde ich 50. Ich bin einigermaßen zufrieden. Ich ernähre mich gesund, mache Sport, gehe gerne auch mal feiern, mache viel für mich. Meistens bin ich mit mir zufrieden. Und auf die Sprüche meines Vater gehe ich nicht mehr ein. Fotos von mir anzusehen finde ich aber auch sehr schwierig und bin sehr kritisch. Allerdings merke ich auch, dass es einige Menschen gibt, die ganz tolle Fotos von mir machen. Die Bilder, die sie machen, wenn ihr es gar nicht mitbekomme, gefallen mir meistens am besten. Und ja, ich bin stolz auf die Falten im Gesicht und die immer werdenden grauen Haare. Die gehören zu mir wir mein Po und mein Bauch.
    Ich finde es erschreckend, dass so viele von uns in ihrer Kindheit so prägende Erfahrungen gemacht haben.

    Ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag.

    Grüße von
    Nicole aus Südhessen

    • Martina Goernemann
      16. Oktober 2022

      Das ist wirklich ein sehr, sehr spannendes Thema heute. Und ist nicht wunderbar, dass wir offenbar trotz dieser Störfeuer in unserer Kindheit einen Zugang zu uns gefunden haben, der positiv und liebevoll ist. Das geht nicht mit zwanzig und mit dreißig auch noch nicht, aber dann beginnt sie langsam, die Reise zu uns selbst, stimmts? Über deinen Spruch mit dem Bierbauch habe ich sehr gelacht. Gut gekontert! Kaffee für dich? :-)))))

  • Verena
    16. Oktober 2022

    Hallo zusammen, erst gestern dachte ich ein neues Profilbild wäre doch ganz nett. Und diesmal keine schönen typischen Fotos aus dem Urlaub, nein diesmal ein Foto von mir. Ohne Sonnenbrille (@Martina du sprichst mir da aus der Seele). Und was denkt ihr, was habe ich nicht gefunden in der Galerie… richtig. Kein Foto von mir alleine. Nicht ein einziges, dafür wurde die komplette Familie fotografiert. Und sie sehen meiner Meinung nach alle fantastisch aus. Denn ich war vermutlich immer der Meinung, meine Haare sitzen gerade nicht recht, bin nicht geschminkt, oder falsches T-Shirt heute für ein schönes Foto an. Blöd.
    Muss sich ändern! Und den heutigen Beitrag nehme ich mir jetzt mit in den Tag und mache nachher beim Spaziergang ein Selfie. Seid lieb gegrüßt, Verena

    • Martina Goernemann
      16. Oktober 2022

      Viiiiel Spaß beim Selfie machen. Wunderbar, dass wir jeden Tag klüger mit uns umgehen. Liebevoller, verständnisvoller. Ich genieße das sehr. Wir dürfen sehr stolz auf uns sein. Wirklich! Sag das mal laut! :-))))) Zeit für einen Kaffee? :-))))

  • Susanne mit dem Lesetick
    16. Oktober 2022

    Hallo Ihr Lieben,

    bei Fotos habe ich eine ganz klare Meinung: Es gibt keine schönen Menschen, sondern nur gute Fotografen. Lasst Euch von Personen ablichten, die Euch mögen und die Ihr mögt, in einer Umgebung, die Euch wohltut, und Ihr werdet sehen: Alles wird gut!
    Und Deine Fotos hier und überhaupt gefallen mir sehr, Martina.

    Beste Grüße in die Runde
    Susanne

    • Martina Goernemann
      16. Oktober 2022

      Das ist lieb, danke Susanne. Für mich gilt dein Tipp allerdings nicht. Ich habe in Sonia sicher die beste Fotografin der Welt. Eine die mich obendrein mag und gut kennt. Und trotzdem hadere ich mit den Portraits, die sie von mir gemacht hat. Ist mein eigener Pinn im Kopf, aber ich arbeite ja dran :-))))) Noch Zeit für einen Kaffee? :-)))))

  • Steph
    16. Oktober 2022

    Hallo ihr Lieben! Was für ein tolles Thema!
    Martina, du siehst auf den Bildern klasse aus!
    Ich mag fotografieren und ich mag auch auf Fotos drauf sein und mich ansehen. Kritisch bin ich da auch und dennoch finde ich es schön, nicht nur Dinge/Feste/Umgebungen usw. festzuhalten, sondern auch die Menschen, die dabei waren. Dazu gehöre ich ja auch und versuche dann, unbeschwert in die Kamera zu lächeln. Mit Selfies sieht das schonmal anders aus ;)) Der Versuch von mir alleine z.B. einen schönen Moment in einem Urlaub festzuhalten, endet gerne mit 20 Selfieversuchen, die alle wieder gelöscht werden.
    Meine Eltern haben mir keine „Glaubenssätze“ hinsichtlich hübsch oder hässlich mitgegeben. Es war ein anderes „nicht gut genug sein‘. Sport, Schule etc. Ich kann bis heute nicht Kopfrechnen, es hagelte dementsprechend schlechte Noten und viel Ärger. (aus dir wird nie was… usw.) Heute nennt man es ganz milde: Dyskalkulie ….und Zack…. ist es halb so schlimm, weil man ja nicht mehr zu dumm ist, sondern das Umfeld plötzlich akzeptiert, dass das Hirn es einfach nicht kann. Ich wurde von meinen Eltern damals leider nicht gefördert, sondern ich war dann halt „zu dumm“, musste im Zimmer sitzen und sollte lernen, was für mich nicht erlernbar war. Das war keine schöne Zeit und natürlich fühlte ich mich dumm. Heute sehe ich es anders und kann mit meinem Zahlenunverständnis gut umgehen.
    Habt alle noch einen schönen Sonntag! Lieben Gruß, Steph

    • Martina Goernemann
      16. Oktober 2022

      Tut irgendwie gut, diese verschütteten Erfahrungen und Verletzungen mal öffentlich von der Kette zu lassen, gell? Mir ging es jedenfalls so als ich den Beitrag schrieb. Und ich bin beeindruckt und berührt, wie ungeschönt ihr Raumseelen beschreibt, was euren Weg zu mehr Selbstliebe so schwer gemacht hat. Danke an dich für deine Ehrlichkeit und Danke an alle anderen Raumseelen auch. Einen späten Kaffee oder ist jetzt und heute Zeit für Prosecco? :-)))))

  • Linde aus dem Taunus
    16. Oktober 2022

    Hallo liebe Martina und liebe Raumseelen, wahrscheinlich bin ich heute die letzte die zu dem Thema etwas schreibt. Ich bin, was Fotos von mir angeht, sehr kritisch. Aber ich hatte eine schöne Kindheit und ein liebes Zuhause. Meine Tochter macht oft Fotos von mir und ich sage dann welche ich akzeptiere ;-))) Aber wie unwichtig das alles ist erlebe ich ja nun selbst. Nach meiner zweiten Chemo fing es an und ich konnte meine Haare büschelweise rausziehen. Habe sie dann nach hinten gebunden. Aber nach der dritten Chemo habe ich sie am Mittwoch auf 1,2 mm abrasieren lassen und es mir im Spiegel mit angeschaut. War gar nicht schlimm. Echt nicht. Habe nun eine tolle Perücke die ich aber nicht trage weil ich seit Donnerstag Zuhause in Quarantäne bin. Zusammen mit meinem Mann sind wir wie auf einer einsamen Insel. Tja, Corona hat zugeschlagen. Aber es geht uns gut und ich denke dass wir Mitte nächster Woche wieder negativ sind.
    Mein Tipp….liebt und findet euch schön so wie ihr seid!!!!
    Liebe Grüße von Linde….. natürlich mit Mundschutz!!! Übrigens wird auch der wieder wichtiger!!!!

    • Martina Goernemann
      16. Oktober 2022

      Ach, liebe Linde! Du hast natürlich recht, dass so eine Fotodiskussion sehr nebensächlich wird, wenn die Chemo die Haare ausfallen lässt. Gottlob geht Corona wenigstens sanft mit dir um. Das will ich dem fiesen Virus auch geraten haben. Bitte bleib so tapfer und positiv wie bisher. Ich schicke dir wie immer gute Gedanken. Zu spät für Kaffee? Ich hab auch Wasser mit frischer Minze :-))))))

  • Linde aus dem Taunus
    16. Oktober 2022

    Vielen lieben Dank liebe Martina und gerne nehme ich Wasser mit Minze. Kaffee hatte ich vorhin. Zusammen mit Pflaumenkuchen welchen uns unsere Freundin Christine vor die Tür gestellt hatte:-)))
    Einen wunderschönen Abend

  • Bauke
    16. Oktober 2022

    Hallo liebe Martina und Alle hier,
    ja was uns in der Kindheit „eingebläut“ wurde wird man fast nie so ganz los.
    Die äussere Erscheinung war es nicht bei mir,aber Fleiß,Gehorsam,Ordnung,Sauberkeit,
    Pflichtbewussstsein usw. waren auch in meiner Kindheit prägend und wirken immer noch nach.
    Wenn man dem nicht entsprach gab es Ärger und den Unmut der Eltern.
    Das kann ich bis heute fühlen.
    Auch mir wurden oft andere zum Vorbild gemacht,die vermeintlich „besser“waren.
    Ich wünsche uns allen,daß wir die Kurve kriegen bevor es uns auch den Rest unseres Daseins vermiest.
    Wenn ich dann aber hier von Linde lese…
    Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute liebe Linde!✊✊✊
    Allen einen friedlichen,ruhigen Sonntagabend und eine gute Woche!
    LG Bauke

    • Martina Goernemann
      17. Oktober 2022

      Alles schlimm, liebe Bauke, gell? Egal wohin man Kinder zurechtstutzt. Ob zu übertriebener Sauberkeit und Ordnung oder hin zu einem Schönheitsideal. Die Wunden auf der Seele sitzen tief und oft ein Leben lang. Es ist jedem zu wünschen, dass er/sie diesbezüglich die Kurve kriegt. Denn wir leben ja schließlich vorwärts. Der Blick zurück sollte nicht Besitz von unserem Alltag ergreifen. Ich schicke einen herzlichen Montagsgruß und wünsche eine gute Woche :-)))))

    • Linde aus dem Taunus
      17. Oktober 2022

      Ganz herzlichen Dank. Das ist sehr lieb von dir, liebe Bauke!!! Liebe Grüße von Linde

  • Eliane Zimmermann
    16. Oktober 2022

    Warum machen Mütter sowas?! Mein Satz, vorwurfsvoll in einem Schwimmbad an mich circa 12Jährige abgefeuert, lautete: „Eliane, schau dir die Frau W. an, die hat zwei kleine Kinder und ihr Bauch ist viel dünner als deiner!“. Peng.

    Fortan lieh ich mir (heimlich) so gummiartig-elastische Hosengürtel meiner Brüder aus und schnallte sie unter meiner Schuluniform und auch unter schicken Kleidchen rund um meinen Bauch. Wenn ich mir Fotos von damals anschaue bin ich erschüttert, ich war wirklich weder dick noch pummelig. Wurde es aber danach (immer wieder, bis ich Trennkost und Low Carb entdeckte).

    Mit Fotos komme ich inzwischen einigermaßen klar, stehe als Online-Dozentin und vor der Krise als Vortragende ohnehin etwas im „Rampenlicht“.

    • Martina Goernemann
      17. Oktober 2022

      Es ist all hätten wir den „little shop of horrors“ geöffnet. Ist das nicht der Hammer, wie kleine Mädchen zurechtgestutzt werden, damit sie in das Bild passen, was die Mütter zu haben glauben? Meine Mutter hat mit ihrer beißenden Kritik bis heute nicht aufgehört. Aber ich habe meine Lehren daraus gezogen :-))))) und mag mich inzwischen, egal was sie sagt. Treffen konnten uns die Mütter ja nur solange unser Selbstwert noch so kindlich-wackelig war, gell? Und weil schon Montag ist, wünsche ich dir einen guten Rutsch in die neue Woche :-)))))

  • Patricia
    21. November 2022

    O, wie gut ich das kenne. Ich bin leidenschaftliche Fotografin, aber seit meiner Jugend kann ich mich nur schwer auf Bildern sehen. Auch meine Mutter hat mir solche Glaubenssätze wie „Du bist zu dick“ (hat nie gestimmt, aber zu Eßstörungen geführt), „Du hast einen zu großen Busen“ etc.eingetrichtert. Es ist verdammt schwer, diese loszuwerden. Ich übe jeden Tag.

    • Martina Goernemann
      21. November 2022

      Unglaublich, was solche „Glaubenssätze“ in uns anrichten. Aber weil wir daran arbeiten, lernen wir auch damit umzugehen, gell? Es ist wunderbar, dass wir Raumseelen uns gegenseitig dabei unterstützen. Das tut gut, findest du nicht? Eine schöne Woche für dich!

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